Waldfotografie im Sommer – Tipps und ein Waldspaziergang am Morgen

Der Sommer ist für die meisten Landschaftsfotografen die am wenigsten interessante Jahreszeit. Und auch ich finde die Monate Juli und August am unfotogensten. Es wird früh hell, spät dunkel und dazu ist die Natur irgendwie in einem Zwischenstadium. Die Frühlingsblumen sind verblüht, das frische Grün ist mittlerweile satter und dunkler, aber die Herbstfarben lassen noch auf sich warten. Dazu macht mich die Hitze eher träge. Du hast es sicher gemerkt, das sind alles Ausreden, wieso man am Wochenende doch ausschlafen sollte anstatt das einzig richtige zu tun: Sich der Waldfotografie im Sommer zu widmen.

Also Schluss mit den Ausreden. Das Wetter war gut, kein Sturm, Regen oder Gewitter war angesagt. Und meine innere Uhr wirft mich ohnehin auch am Wochenende gerne um 5 Uhr aus dem Bett. Und so sind an diesem sonnigen Morgen einige wunderschöne Fotos entstanden, die euch dir heute zeigen will.


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Waldfotografie im Sommer – eine besondere Herausforderung

Waldfotografie im Sommer war schon immer eine Herausforderung für mich. Es ist mir immer schwergefallen, schöne Motive zu finden. Die Blätter der Bäume sind nicht mehr so frisch wie im Frühling, das Licht ist auch nur früh morgens und spät abends wirklich schön. Frühlingsblumen blühen fast nur im Frühling, Pilze sind dagegen noch eher rar.

Aber wenn man seine Aigen öffnet, dann findet man sogar direkt am Wegesrand viele schöne Motive. Die Waldfotografie im Sommer muss also nicht automatisch langweilig sein. Alles was du brauchst sind ein Wecker und Motivation, etwas früher aufzustehen.

Waldfotografie im Sommer – Motive gibt es überall

Einige wenige Blumen blühen noch immer am Wegesrand. Wie zum Beispiel diese Glockenblumen. Ich habe verschiedene Belichtungen ausprobiert. Sehr hell und sehr dunkel. Aber mir gefällt dieser leichte moody look bei diesem Motiv doch besser, als die hellen Bilder. Und was denkst du?

Canon EOS R mit Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/13sek, F4,0, ISO 100, 105mm
0,8 sek, F4,0, ISO 100, 105mm

Die Sonne stand zur richtigen Zeit im richtigen Winkel. Einige goldene Sonnenstrahlen fielen durch die Blätter. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie schnell sich das Licht verändert. Und was eine leichte Positionsveränderung der Kamera ausmachen kann. Zischen den folgenden Bildern liegen nur 20 Minuten. Und nur wenige Meter, die ich den Weg weiter hinaufgelaufen bin. Aber was noch aufregender war, waren die einzelnen Stellen, die vom Licht erleuchtet wurden und beinahe golden glühten.

Tamron 70-300mm - 1/10sek, f7,1, Belichtungskorrektur -1 2/3, 161mm, ISO 100
Tamron 70-300mm - 1/8 sek, f9.0, -1 Belichtungskorrektur, 124mm, ISO 100
Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/40sek, F8.0, -1 Belichtungskorrektor, ISO 100, 105mm

Vor einigen Wochen ist mir eine Aufnahme gelungen, bei der ein Vergissmeinnicht nur als Kontur erkennbar war. Ich hatte gehofft, ein ähnliches Foto mit einem anderen Motiv erstellen zu können. Leider ist mir das nicht gelungen, aber es sind dennoch einige wirklich schöne Gegenlichtbilder gelungen.

Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/320sek, F4.0, -1 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm
Sigma 105 f/2.8 Makroobjektiv - 1/2500sek, F2.8, 2/3 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm

Ein kleines Frühstück habe ich auch gefunden! Herrlich süße Himbeeren, die direkt am Wegesrand wuchsen. Die Himbeeren waren genau so süß, wie sie auf dem Bild aussehen! Leider war der Strauch sehr klein und es wuchsen nur vier oder fünf Himbeeren. Aber wer hätte diesem Anblick wiederstehen können?

Sigma 105 f/2.8 Makroobjektiv - 1/80sek, F2.8,-1 1/3 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm

Waldfotografie im Sommer – ändere deine Perspektive

Mittlerweile stand die Sonne auch schon etwas höher. Aber auch dann lassen sich noch spannende Fotos machen. Ein Blick nach oben eröffnet ganz neue Perspektiven. Und darum geht es in der Fotografie ja auch, Perspektive. Mit meinem Weitwinkelobjektiv wirkt der Blick von unten in die Baumkronen gleich viel beeindruckender als mit einem Standardobjektiv.

Canon EF 10-18mm f4.5-5.6 IS STM - 1/40sek, f11, 10mm, ISO 100

Details dagegen lassen sich doch besser mit meinem 24-105mm Objektiv oder sogar einem Teleobjektiv darstellen. Dafür lohnt es sich immer, einen Blick in die Bäume zu werfen. Denn manchmal ist nicht der Baum als ganzes das interessanteste Motiv, sondern seine Äste oder Rinde. In diesem Fall schien es so, als ob zwei dunkle Äste die beiden helleren einrahmen würden.

Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/8sek, F9.0, -1 Belichtungskorrektur, ISO 100, 73mm

Doch irgendwann wurde es Zeit für den Rückweg. Vor allem, weil ich mich kenne und weiß, dass ich bei jedem interessanten Motiv stehen bleibe. Und tatsächlich gab es noch die eine oder andere Gelegenheit, stehen zu bleiben. Ganz besonders ins Auge gefallen ist mir dieser blattlose Baum. Vom warmen Sonnenlicht beleuchtet stand er da. Und nach kurzer Zeit viel noch ein Lichtstrahl auf den weiter hinten stehenden Baum. So schien es, als würden die beiden Baumstämme leuchten, während um sie herum die Blätter noch im Schatten lagen.

Canon EF 24-105 f4L IS USM - 1/10sek, F9.0, -1 2/3 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm Fotostack aus zwei Einzelbildern

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So gelingt deine Waldfotografie im Sommer

Wenn du dramatische Fotos auch im Sommer schießen willst, musst du entsprechend früh im Wald sein. In den letzten Monaten bin ich oft zum Sonnenaufgang im Wald gewesen. Das ist wirklich früh. Bei uns sind die Wälder allerdings sehr bergig und das Licht somit 1-3 Stunden nach Sonnenaufgang am schönsten. Finde für deinen Wald heraus, wann das Licht am besten ist und stelle dir das nächste Mal den Wecker entsprechend früh (oder spät).

Dreh dich öfter um! Das Licht verändert sich innerhalb von Sekunden. Ein Motiv, das gerade noch im Schatten lag, kann jetzt schon von der Sonne erhellt sein und umgekehrt.

Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/13sek, F8.0, -1 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm

Und wenn alle Stricke reißen, dann nutze die Gelegenheit und erkunde neue Wälder. Finde Stellen, die du bei Regen oder im Herbst oder Winter wieder besuchen willst und probe deine Komposition. Am Computer siehst du dann, ob deine Idee wirklich funktioniert oder ob du eventuell störende Äste oder Bäume übersehen hast.

Willst du mehr Tipps rund um die Waldfotografie? Dann trage dich direkt in den Newsletter ein. Du nimmst automatisch am nächsten Gewinnspiel teil und bekommst von Zeit zu Zeit eine Mail mit Fototipps, die so nicht auf meinem Blog zu finden sind.

Ab September 2021 kannst du bei mir auch in Workshops in ganz kleinen Gruppen mehr über die Waldfotografie lernen. Falls du noch gar keine Erfahrung hast, aber das Fotografieren ausprobieren willst oder die Grundlagen der Fotografie lernen willst, dann habe ich ebenfalls die richtigen Workshops für dich im Angebot. Bei Fragen schicke mir dazu einfach eine Nachricht!

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

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9 Kommentare

  1. Liebe Tanja,
    witzig, dass für dich der Wald im Sommer weniger attraktiv ist. Ich liebe den Wald zwar grundsätzlich und in jeder Jahreszeit, aber der Sommer im Wald gefällt mir besonders gut. Die Luft ist herrlich und steht im Sommer gefühlt in einem noch größeren Kontrast zur stickigen Stadtluft.
    Und gerade früh am Morgen ist die Lichtstimmung grandios – du hast dich aber auch besonders früh auf den Weg gemacht, Respekt. Und ich finde, dass du genau diese Morgenstimmung wunderbar eingefangen hast.
    Bei der Glockenblume gefällt mir übrigens auch die dunklere Variante deutlich besser. 🙂
    Herzliche Grüße
    Anja von STADT LAND WELTentdecker

    • Hallo Anja, fotografisch ist der Herbst im Wald die mit Abstand schönste Zeit. Aber im Sommer bin ich auch gerne im Wald zum entspannen. Einfach auf einem Baumstamm sitzen, die Luft genießen und den Vögeln zuhören.

  2. Liebe Tanja,

    von Fotografie habe ich wenig Ahnung, aber ich finde deine Ausführungen, warum ein sommerlicher Wald zum Fotografieren unattraktiv ist, verständlich. Doch ich stimme dem nach meinem gestrigen Ausflug im Wald nicht wirklich zu. Es gab da so schöne Motive, die ich gern so professionell fotografiert hätte, wie du es machst. Da gab es z.B. Waldtipis aus Ästen, total schön. Aber auch wie die Sonne durch die Bäume brach, fand ich klasse. Aber deine Motive finde ich auch richtig super gelungen. Dein Ausflug in den Wald hat sich für meinen Geschmack voll gelohnt.

    Liebe Grüße
    Mo

    • Hallo Mo, natürlich gibt es immer schöne MOtive, aber die Vielfalt im Herbst oder Frühling ist doch viel größer. Aber die Tipis gibt es bei uns auch öfter, nur habe ich noch nie wirklich schöne gesehen, die auch gute Motive abgeben würden. 🙁

  3. Hi
    ich mag deine Fotos. Klar, ist der Sommer nicht so reizvoll wie ein Nebel im Herbst oder so.
    dafür gibt es im Sommer zauberhafte Blumen und Co, die Du schön eingefangen hast.
    Und ich finde, dass der Wald zu jeder Jahreszeit schön und reizvoll ist
    liebe Grüße
    Astrid

  4. Hallo Tanja,
    finde deine Bilder sind doch richtig schön geworden. 😉
    Ich finde den Sommer super um Fotos zu machen. Vor allem im Wald, mit Schatten und Sonne liebe ich es im Sommer spazieren zu gehen. Da ich einen Hund habe, mache ich auch im Wald regelmäßig Fotos und Videos. Ich finde das kräftige Grün und die schönen Blumen sind dafür hervorragend. Vor allem blühen zurzeit so viele Wildblumen und Sonnenblumen. Zudem liebe ich es an den See oder ans Meer zu fahren, da kann man auch super schöne Fotos machen. Für mich ist der Sommer und Herbst meine liebste Jahreszeit, auch für meine Fotos für den Blog oder Instagram. Lg Melissa

  5. Huhu,

    ich persönlich fotografiere tatsächlich eher weniger mit einer richtigen Kamera, sondern leider nur mit einem normalen Handy. Leider sehen diese dementsprechend auch aus.

    Bei einer Kamera hat man halt viel mehr Möglichkeiten, wegen den Objektiven etc. da gibst du ja auch Tipps welche man evtl anwenden kann. 🙂

    Vielleicht sollte ich mir wirklich mal eine richtige Kamera zulegen, weil Naturfotos wirklich was feines sind.

    Im Sommer mag ich tatsächlich auch nicht so gerne Fotos machen im Wald, da ich finde das alles irgendwie gleich ausschaut. Lieber wenn es nebelig ist und etwas gruselig oder mysteriös ausschaut 🙂

    LG Steffi

  6. Ohje um 5 Uhr aufstehen, das ist so überhaupt nicht meine Zeit! Aber für einen guten Grund würde sogar ich so früh aus dem Bett fallen! Aber ich kann dir irgendwie zustimmen, momentan finde ich auch wenig Motive und meckere oft über das Licht, das viel zu harte Schatten wirft! Da mag ich die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und kurz vor Sonnenuntergang auch am liebsten zum Fotografieren! Ich kann es übrigens nicht erwarten, bis mir wieder ein Pilz vor die Linse hüpft! Ich habe gestern sogar gelesen, dass es in manchen Gegenden schon wieder soweit sein soll! Aber leider fehlt mir momentan die Zeit, in den Wald zu gehen! PS: Das Himbeerfotos ist mein Favorit! Ich hab vorhin erst Himbeeren im Garten gepflückt, aber im Wald drüber zu stolpern, ist noch mal besonderer!

    Liebe Grüße
    Jana

  7. Hi Tanja,
    das der Wald im Sommer für Fotos nicht die Reizvollste Jahreszeit ist kann ich gut verstehen.
    Für mich als Hundehalter, ist der Sommer im Wald jedoch perfekt, immerhin ist es hier dank des Schattens der Bäume deutlich angenehmer um die langen Spaziergänge zu machen.
    Häufig denke ich bei diesen Spaziergängen dass ich mehr Fotos machen müsste, doch wenn ich anschließend die Bilder anschaue sind diese nie so schön wie die deinen.
    Ich muss mir deine Tipps und Tricks mehr zu herzen nehmen.
    LG
    Stephan


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