Waldfotografie: 4 kreative Wege, Blätter zu fotografieren

Langsam beginnt die Natur, wieder zu erwachsen. Die ersten Knospen zeigen sich, hier und da sogar schon die ersten zarten Blätter. Der Frühling im Wald ist eine herrliche Zeit voller Fotomotive. In meinem heutigen Beitrag will ich dir erklären, wie du Blätter so in Szene setzen kannst, dass außergewöhnliche Bilder entstehen.

Bärlauch zu fotografieren erfordert keine besondere Ausrüstung. Bei Blättern ist es da schon etwas anders, da sie ja bekanntlich eher weniger auf Bodenhöhe wachsen. Deshalb brauchst du hier schon etwas mehr Ausrüstung als deine Kamera und ein Standardobjektiv. Ich stelle dir nachfolgend meine persönliche Ausrüstung für die Waldfotografie vor, damit du eine Idee bekommst, was du unbedingt benötigst und was optional hilfreich sein kann, um Blätter zu fotografieren.


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Dieser Artikel ist Teil einer kleinen Reihe von Beiträgen, die dir helfen sollen, frühlingshafte (und ganzjährige) Fotomotive im und um den Wald und Bäume herum zu finden. Weitere Beiträge aus dieser Reihe:

Kirschblüten fotografieren
Bärlauch fotografieren

Meine persönliche Ausrüstung für die Waldfotografie

Ich fotografiere mit einer Canon Kamera. Welche Kamera du nimmst, spielt zunächst aber gar keine Rolle. Viel wichtiger sind dabei die Objektive. Ich bin leider noch nicht im Besitz eines 70-200mm Objektivs, obwohl das gerade im Wald eine hervorragende Wahl wäre.

Dafür benutze ich sehr gerne mein Sigma 150-600mm F5-6.3 DG OS HSM Contemporary, wenn ich Blätter fotografieren will. Denn auch wenn man es gar nicht glauben mag, auch mit diesem Objektiv kann man ein wirklich tolles Bokeh bekommen!

Lange Jahre hat mich auch mein Tamron SP 17-50mm f2.8 DiII begleitet. Das habe ich aber aufgrund der geringen Brennweite nur relativ wenig benutzt um Blätter zu fotografieren. Aber auch mit dem Objektiv sind mir sehr schöne Aufnahmen von tief hängenden Blättern gelungen.

Seit Januar 2021 bin ich aber nicht nur auf die Canon EOS R, sondern auch auf das Canon 24-105mm f4L IS USM umgestiegen. Die größere Brennweite gibt mir im Wald mehr Flexibilität. Und die etwas geringere Lichtstärke merke ich kaum, da ich oftmals einfach etwas länger belichten kann. Und auch das Bokeh ist bei Blende f4 noch vollkommen ausreichend.

Ganz neu im Portfolio habe ich das Viltrox AF 85 mm F/1.8 mit Canon RF-Mount. Ich bin schon gespannt, wie es sich diesen Frühling schlagen wird. Die Kirschblüten, die ich mit dem Viltrox Objektiv fotografiert habe, sind jedenfalls der absolute Wahnsinn geworden! Trotz des recht großen Mindestabstands (es ist eigentlich eine Portraitlinse) kann ich das Objektiv bisher uneingeschränkt empfehlen.

Weiteres Zubehör für meine Waldfotografie

Gerade das Sigma-Objektiv ist ja extrem schwer. Deshalb benutze ich fast immer ein Stativ zur Unterstützung. Vor einem Jahr habe ich mir das KF Concept TM2324 Kamerastativ gekauft. Das Stativ ist ein Reisestativ und kein dezidiertes Stativ für Landschaftsfotografen! Aber ich wollte etwas leichtes und günstiges haben. Bessere Stative kosten auch mehr Geld. Mir reicht das aktuell aus, aber ich weise dennoch darauf hin, dass es einem Profi vermutlich zu leicht und damit nicht stabil genug sein könnte.

Hin und wieder nutze ich auch einen Polarisationsfilter, vor allem wenn die Blätter nass sind. Meiner ist ebenfalls von K&F. Dort stimmt einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis, wie ich persönlich finde.

Waldfotografie: Blätter kreativ fotografieren - So geht’s

Draufhalten, abdrücken, fertig? So einfach ist es leider nicht. Du kannst Blätter auf die unterschiedlichsten Arten fotografieren und mit diesem eigentlich sehr simplen Motiv die unterschiedlichsten Bilder gestalten.

 

Wie bereits erwähnt sind Teleobjektive die beste Wahl, wenn du Blätter im Wald fotografieren willst. Ich schreibe dir bei den einzelnen Bildern teilweise die Daten dazu, damit du verstehst, wie die Kamera in etwa einstellen solltest, um den gewünschten Effekt zu erzielen.



Allgemeines zur Bildgestaltung

Wie grundsätzlich in der Fotografie ist die Bildgestaltung auch in der Waldfotografie und wenn du Blätter fotografierst essentiell. Ein Blatt in der Mitte des Bildes kann zwar gut wirken, aber meistens bekommt ein Bild mehr Pepp, wenn das Blatt seitlich oder zur Abwechslung oben oder unten im Bild positioniert wird.

Auch das Bildformat hat einen großen Einfluss. Gerade wenn du Äste mit herabhängenden Blättern fotografierst kann es sich lohnen, das Bildformat zu ändern. Entweder stellt du direkt in deiner Kamera 16:9 ein oder du beschneidest das Bild zu Hause.

Ich bin sowieso ein großer Fan vom Zuschneiden, unabhängig davon, ob das Seitenverhältnis bestehen bleibt oder geändert wird. Durch das Zuschneiden kannst du störende Bildelemente am Rand entfernen. Oder das Hauptmotiv gleich größer wirken lassen. Wie bei diesem Bild, das im Original so aussieht:

Und hier zum Vergleich das Zugeschnittene Bild. Welches gefällt dir besser?



Leuchtende Blätter vor dunklem Grund

Wenn du bereits viel im Wald fotografierst, dann weißt du, dass Waldfotografen oftmals mit wenig Licht auskommen müssen. Aber heute machen wir uns diesen Nachteil zum Vorteil! Frühmorgens, wenn die Sonne noch relativ tief steht, dann können Bilder wie das folgende entstehen.

Und so geht es: Finde eine Stelle im Wald, die nicht komplett hell ist. Wenn die Sonne durch das sich langsam schließende Blätterdach fällt, treffen die Sonnenstrahlen teilweise nur auf einzelne Äste oder Blätter. Stelle deine Kamera auf Spotmessung und wähle einen möglichst kleinen Sensorpunkt für die Schärfenmessung aus. Der Hintergrund deines Motivs sollte möglichst dunkel sein, sich also vor einem Baumstamm, einem Hang oder einer Felswand befinden.

Jetzt sollten die Blätter schön hell und der Hintergrund relativ dunkel sein. Bei Bedarf kannst du mit der Belichtungskorrektur noch etwas nachhelfen. Den Rest machst du daheim über die Nachbearbeitung. Dafür werden die Tiefen und das Schwarz etwas nachgedunkelt, fertig ist dein Bild. Ab und an kann es sein, dass du noch ein paar Blätter oder Äste hast, die du nicht ganz weg bekommt. Das macht aber gar nichts, es kann das Bild sogar noch etwas aufwerten. Diese Motividee klappt sowohl im Frühling als auch im Herbst.



Waldfotografie: Blätter im Gegenlicht

Eines meiner Lieblingsmotive der Waldfotografie sind Blätter im Gegenlicht. Morgens oder abends, wenn die Sonne tief steht und das Licht schön warm ist, dann ist es am einfachsten, diese Idee umzusetzen. Hier ist es wichtig, eine möglichst große Blende zu wählen, da dann das Bokeh am schönsten wird. Am besten klappt es auch, wenn du einen jungen Baum findest, dessen Blätter möglichst tief herabhängen. Die Sonne sollte bei dieser Motividee der hellste Punkt in deinem Bild sein.

Hier fotografierst du mit einer möglichst großen Blende, idealerweise f2.8 oder f4, abhängig vom Objektiv, das du hast. Aber wie ich bereits bei der Vorstellung der Objektive geschrieben habe, kann sogar das Sigma mit seiner doch relativ kleinen Blende von mindestens f5 ein wirklich tolles Bokeh zaubern.

Ich selber benutze keinen Blitz, aber wenn dir die Blätter zu dunkel werden, kannst du versuchen, sie ganz leicht anzublitzen oder mit einem Reflektor zu arbeiten. Ich habe es bisher allerdings nie als notwendig empfunden, da ich leichte Korrekturen über Lightroom vornehme.



Blätter mit wunderschönem Bokeh fotografieren

Ähnlich wie Blätter im Gegenlicht zu fotografieren, funktioniert diese Motividee. Der größte Unterschied ist aber, dass du nicht direkt die Sonne hinter den Blättern benötigst. Ein heller Hintergrund, der sich aus Bäumen, Blättern und Himmel zusammensetzt reicht vollkommen.

Ganz wichtig ist, dass du mit der größtmöglichen Blende fotografierst. Blende f1.8 oder f2.8 sind ideal. Selbst mit meinem Canon 24-105mm f4 gelingen tolle Bokehs. Allerdings hängt das Ergebnis ein Stück weit auch von deinem Objektiv ab. Nicht alle Objektive zaubern diese wunderschönen Bokehs. Da heißt es dann ausprobieren.

Waldfotos von strahlenden Blättern

An sehr sonnigen Tagen lassen sich auch sehr schöne frühlingshaft helle Bilder machen. Für diese Motividee fotografierst du von unten nach oben. Mit einer möglichst großen Blende fokussierst du auf ein einzelnes Blatt oder eine kleine Gruppe von Blättern. Sie sollten möglichst etwas Abstand zu den dahinterliegenden Blättern haben. Die anvisierten Blätter werden scharf und alles was dahinter liegt, verschwimmt.

Wenn du möglichst wenige Äste und viele Blätter im Hintergrund hast, wirken diese Bilder am besten, da dunkle Äste den Blick zu sehr auf sich ziehen und von den fokussierten Blättern ablenken. Auch dunkle Baumstämme, die nur teilweise im Hintergrund zu sehen sind, lenken zu sehr ab.

Eine weitere Variante kann es sein, die Blätter vor blauem Himmel zu fotografieren. Besonders bei buntem Herbstlaub funktioniert das gut, wie du hier sehen kannst.

Ich hoffe, dir haben diese drei Vorschläge, wie du Blätter fotografieren kannst gefallen. Falls du weitere Ideen hast oder Fragen, hinterlasse doch gerne einen Kommentar. Und wenn du mehr über Waldfotografie lernen willst, buche am besten direkt einen meiner Workshops!

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

Kirschblüten und Co fotografieren

Hanami, das Betrachten der Kirschblüten, ist in Japan ein Volksfest. Sakura, wie die Kirschblüten dort heißen, sind ein ausgesprochen beliebtes Symbol. Sei es auf Briefpapier, Tassen oder als Zusatz in Lebensmitteln. Die Kirschblüten aus Japan erblühen jedoch an Bäumen, deren Früchte nicht essbar sind. Heute will ich dir erklären, wie du auch bei uns wunderschöne Kirschblütenbilder und Fotos von anderen Obstblüten ablichten kannst. Kirschblüten fotografieren ist eigentlich sehr einfach.


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Bärlauch fotografieren
Blätter fotografieren

Kirschblüten fotografieren mit dieser Ausrüstung

Das schöne ist, Kirschbäume und auch andere Obstbäume werden häufig relativ klein gehalten, so dass die untersten Zweige nicht erst in 3m Höhe beginnen. Das ist wichtig, denn wenn du beispielsweise Blätter fotografieren willst, befindet sich dein Motiv je nach Baum ziemlich hoch. Um Kirschblüten zu fotografieren ist ein Teleobjektiv also oftmals nicht nötig. Dennoch empfiehlt es sich, ein Teleobjektiv einzupacken.



Wichtiger als eine sehr hohe Brennweite ist hier eher eine große Blende. Blende f2.8 oder sogar f1.8 sind ideal um einzelne Kirschblüten freizustellen. Früher hatte ich ein Zoomobjektiv 17-50mm von Tamron, das diesen Blendenbereich abgedeckt hat. Das ist heute auch schon sehr günstig zu bekommen. Oder du nimmst gleich ein Makroobjektiv. Das hat den Vorteil, dass du ganz nah an die Kirschblüten herangehen kannst. Weiterhin solltest du dein Stativ einpacken. Vor allem in Kombination mit einem Makroobjektiv kann dir das helfen, weniger zu verwackeln.

Um den ganzen blühenden Baum abzulichten, brauchst du dagegen wieder ein weitwinkeliges Objektiv. Ob es unbedingt ein 10-18mm Objektiv wie meines von Canon sein soll musst du selber entscheiden, aber etwas im Bereich 16mm bis 24mm würde ich durchaus empfehlen.

Ausrüstung Zusammenfassung

  • Lichtstarkes Objektiv (z. B. Blende f.2.8 oder f1.8) (Zoom oder Festbrennweite, dann idealerweise ab 50mm)
  • Makroobjektiv
  • Teleobjektiv bei Bedarf
  • Superweitwinkelobjektiv bei Bedarf
  • Stativ

Wann blühen Kirschblüten?

Kirschblüten und Blüten von Apfel- oder Birnenbäumen blühen meistens irgendwann von Ende März bis Ende April. Im Jahr 2021 habe ich noch bis in den Mai hinein Obstblüten fotografiert. Wann die Kirschblüten und andere Obstbaumblüten erblühen, ist regional unterschiedlich. Je wärmer die Region, um so früher beginnt die Blüte. Pauschal lässt sich sagen, dass die Blütezeit im Süden Deutschland früher beginnt als im Norden. Aber auch hier kann es wieder regionale Unterschiede geben. Am besten hältst du ab März die Augen auf, um umgehend loslegen zu können, wenn die Blütezeit bei dir beginnt.

Kirschblüten fotografieren - so geht’s

Kirschblüten sind sehr kurzlebige und filigrane Blüten. Alles was ich hier schreibe gilt im Übrigen für alle anderen Obstbaumblüten. Der Einfachheit halber verwende ich hier ausschließlich den Begriff Kirschblüte, auch wenn es sich in den Beispielbildern teils um Blüten der Apfel- oder Birnbäume handelt. Die folgenden Ratschläge gelten ohnehin für fast alle blühenden Bäume.

Kirschblüten fotografieren - Tipps für den Bildaufbau

Grob gesagt kannst du die Kirsche aus drei Richtungen fotografieren. Frontal, also so, dass die Blüte direkt in deine Richtung zeigt, oder von links, bzw. rechts. Dann “schauen” die Blüten mehr zu einer Seite. Was banal klingt, ist für den Bildaufbau sehr wichtig. Wenn deine Blüte nach links ausgerichtet ist, dann platziere sie so weit wie möglich nach rechts. Umgekehrt gilt das auch. Schaut deine Kirschblüte nach links und du platzierst sie auf die linke Bildseite, scheint es so, als ob sie aus dem Bild herausguckt. Das irritiert den Betrachter oft sehr. Die Blickrichtung der Blüte sollte entweder frontal zum Betrachter sein oder immer in das Bild hinein. Schau dir dieses Beispiel an, bei dem ich den Bildausschnitt nur minimal geändert habe. Die Wirkung ist gleich eine ganz andere, nicht wahr?

Apfelblüte schaut aus dem Bild heraus
Apfelblüte schaut ins Bild hinein

Kirschblüten fotografieren - freistellen und auf Kontrast achten

Der Klassiker sind natürlich einzelne Kirschblüten, die du so fotografierst, dass sie sich von den anderen Blüten abheben. Man nennt das in der Fotografie auch “freistellen”. Damit das gelingt benötigst du ein Objektiv mit großer Blende (kleine Zahl). Wenn du ein Zoomobjektiv hast, zoome möglichst nah an die Kirschblüte heran, wenn du ein Makroobjektiv oder eine Festbrennweite hast, wähle den Abstand so, dass du so nah wie geht an die Blüte herangehst, um sie freizustellen. Wichtig ist, dass du sie nicht versehentlich abschneidest.

Abgeschnittene Kirschblüten können das Bild ruinieren

Um den Hintergrund verschwommen wirken zu lassen, musst du mit Offenblende fotografieren. Für dich heißt das, die kleinste Zahl der Blendeneinstellung nutzen, bei der die ganze Blüte noch scharf ist. Mit f2.8 oder f3.5 kommst du in der Regel sehr gut aus. Möchtest du den ganzen Baum scharf abbilden und nicht nur die vorderen Kirschblüten, dann blendest du ab auf Blende f8 oder kleiner.

Rosa Kirschblüten vor verschwommenem Hintergrund mit Blende f2.8



Rosa Kirschblüten vor blauem Himmel sehen sehr schön aus. Achte nur darauf, dass du den Himmel richtig bearbeitest. Zu flau wirkt nicht, zu überzogen aber auch nicht. Vergleiche einmal diese drei Varianten. Links ist die Sättigung des blauen Himmels sehr niedrig, rechts habe ich den Regler auf Anschlag gedreht. Bei der mittigen Variante habe ich die Sättigung zwar auch erhöht, aber nicht so stark. Hier habe ich absichtlich einen Akzent gesetzt um den Kontrast etwas hervorzuheben. Welche Variante gefällt dir am besten?

Rosa vor rosa oder weiß vor weiß? Das kann gut wirken, aber wenn du die Möglichkeit hast, etwas mehr Kontrast zu schaffen, dann tu das. Ob du die Kirschblüten vor blauem Himmel ablichtest oder wie hier vor den weißen Blüten der umliegenden Obstbäume oder vor den grünen Blättern der umliegenden Bäume ist egal, so lange nur etwas Kontrast da ist.

Bei diesem Bild hingegen habe ich mich absichtlich dazu entschieden, auf diesen Kontrast zu verzichten. Die weißen Blüten stechen aufgrund der Offenblende und dem weit entfernten Hintergrund noch immer noch gut genug hervor.

Der Hintergrund sollte erkennbar sein, daher Blende f7.1

Ungewöhnliche Objektive wählen

Ich bin ein sehr großer Freund von fotografischen Experimenten. Deshalb wähle ich gerne eine eher ungewöhnliche Perspektive. Das folgende Bild ist zum Beispiel extrem weitwinkelig aufgenommen. Eine Brennweite von 10mm und Blende f4.5 beziehungsweise f9 auf dem zweiten Bild haben diese doch sehr ungewöhnliche Perspektive erst ermöglicht. Wichtig ist dabei noch zu erwähnen, dass ich natürlich so nah wie möglich an die Blüten herangegangen bin. Ein Abstand von wenigen Zentimetern ist bei einer solchen Brennweite absolut nötig. Weitwinkelobjektive sind normalerweise nicht für Nahaufnhmen ausgelegt. Deshalb muss man mit den ausgefransten Rändern leben. Dennoch gefallen sie mir extrem gut.

Manchmal kann es auch von Vorteil sein, wenn du gar nicht so nah an einen Baum herankommst und ihn aus weiterer Ferne fotografierst. Die folgenden beiden Bilder sind aus größerer Entfernung mit einem Superteleobjektiv gemacht worden. Wichtig ist aber auch hier, dass du die größtmögliche Blende nutzt, die dein Objektiv noch her gibt. Mit einem (Super-)Teleobjektiv zu fotografieren gibt dir nochmal eine ganz andere Perspektive. Noch mehr, wenn du einen Hügel hinabfotografieren kannst. Beide Bilder sind aus erhöhter Position entstanden und wirken deshalb so, als ob man auf gleicher Höhe mit dem Baum wäre. Was man ja genau genommen auch ist, wenn man von oben herabfotografiert. Für den Betrachter, der das aber nicht unbedingt weiß, ist diese Perspektive dennoch besonders.

Mit meinem neuen Portraitobjektiv, dem Viltrox 85mm für Canon R Systeme habe ich auch etwas experimentiert. Das Objektiv ist eigentlich eine Portraitlinse. Und weil es so billig ist, hat es auch keine Makrofunktion. Die hätte ich zwar für 300€ mehr bei Canon haben können, aber da ich bereits ein 105mm Makroobjektiv habe, habe ich darauf verzichtet. Auch wenn ich die Bilder etwas beschneiden muss um die kleinen Kirschblüten schön groß ins Bild zu bekommen, bin ich vom Bokeh total begeistert. Der verschwommene Hintergrund bei Blende f1.8 ist nochmal besser als der von meinem alten Objektiv, das “nur” Blende 2.8 geschafft hat. Manchmal lohnt es also wirklich, Objektive zweckzuentfremden. Wie gefallen dir die Bilder?

Tiere auf Kirschblüten

Wie schon im Beitrag Bärlauch fotografieren erwähnt, können Tiere das Bild richtig spannend machen. Kirschblüten ziehen viele Tiere an, vor allem aber Bienen. Mit etwas Glück und einer möglichst kurzen Verschlusszeit, gelingen dir sicherlich auch Bilder vom im Anflug befindlichen Bienen.

Auf den Apfelbäumen habe ich eine kleine Spinne entdeckt, die sich in der Apfelblüte versteckt hat und dort auf Beute lauert. Sobald ein Insekt die Blüte ansteuert, schlägt der kleine Räuber zu. Aber niedlich ist die Spinne schon, oder?

Auch Marienkäfer sind sehr häufig zwischen den vor allem weißen Blüten bestimmter Bäume und Sträucher zu entdecken. Durch ihre rote Färbung geben sie einen richtig tollen Kontrast und fallen trotz ihrer kleinen Größe extrem auf.

Und nach dem Fotografieren von Kirschblüten?

Auch wenn sich viele Sträuben, nach der Fototour geht es ans Bearbeiten. Farben hervorheben, nachschärfen, den Bildausschnitt korrigieren. Hier zeigt sich natürlich der Vorteil einer Kamera mit mindestens 20 Megapixeln. Man kann das Bild zuschneiden und hat dennoch kaum Qualitätsverlust. Mit diesem Foto, das ich 2007 mit einer Canon Powershot A530 im Ueno Park in Japan gemacht habe, geht das heute leider gar nicht mehr.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Bild nur als JPEG aufgenommen wurde. Für die Bildbearbeitung lohnt es meistens, wenn die Bilder im RAW-Format aufgenommen werden. Ergänzend kannst du auch JPEGs speichern. Dann hast du die Möglichkeit, deine Bilder unbearbeitet direkt in Social Media hochzuladen und diejenigen auszuwählen, welche du selber nachbearbeiten willst. Der Nachteil ist, deine Kamera nimmt dir alle Entscheidungen ab und fragt dich nicht, ob dir ihre Bearbeitung gefällt.

Ich persönlich finde auch, dass gerade Kirschblüten und viele andere Obstblüten und Blumen sich für eine künstlerische Bearbeitung eignen. Ich mag bei Landschaftsfotografien sehr gerne realistische Bearbeitungen, aber gerade bei floralen Motiven kann man wunderschöne Bildlooks zaubern. Manche Motive sind ja an sich schon etwas “kitschig”, so dass man sich dabei künstlerisch austoben kann. Oder wie siehst du es? Hier kommen jetzt ein paar Bilder aus dem Beitrag nochmals im Vergleich bearbeitet – Original. Wie gefällt dir meine Bearbeitung der Bilder?

Bearbeitet
Original
Original
Bearbeitet
Bearbeitet
Original
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Übrigens findest du jetzt in meinem Shop auch Lightroom Preset-Bundles, die dir Bildbearbeitung erleichtern! Das besondere an meinen Bundles ist, dass du keine 1-Klick-Presets bekommst, sondern einzelne Presets für die Bereiche Gradiationskurve, HSL/Farbe, Color-Grading und Kalibrierung. Die Bildspezifischen Einstellungen Wie Belichtungskorrektur, nachschärfen oder Objektivkorrektur nimmst du dann noch fix selber vor. Und dadurch dass du alle vier Bereichspresets miteinander kombinieren kannst (oder nur 2 oder 3 davon auswählst), bekommst du hunderte Kombinationsmöglichkeiten mit nur einem Bundle! Genial, oder? Hier geht es zu meinem Shop!

Falls du Hilfe benötigst beim Fotografieren oder tiefer in die Waldfotografie einsteigen willst, dann buche einfach einen meiner Workshops. Übrigens, als NewsletterLESER nimmst du auch immer automatisch an meinen Gewinnspielen teil.

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

Motivideen für Waldfotografie: Bärlauch

Wann weißt du, dass der Frühling ins Land zieht? Wenn der erste Bärlauch sprießt! Bereits in den letzten beiden Februarwochen kannst du je nach Standort schon den ersten Bärlauch finden, spätestens in der letzten Februarwoche aber erscheint das zarte Grün. Also heißt es jetzt, die Kamera schnappen, in den Wald gehen und den Bärlauch fotografieren, bevorzugt natürlich, bevor du ihn sammelst.

Dieer Artikel ist der Auftakt zu einer kleinen Reihe von Beiträgen, die dir helfen sollen, frühlingshafte (und ganzjährige) Fotomotive im und um den Wald und Bäume herum zu finden. Weitere Beiträge aus dieser Reihe:

Kirschblüten fotografieren
Blätter fotografieren


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Nie wieder langweilige Bärlauchbilder mit diesen Tipps

OK, zugegeben, die allerersten Blätter sind noch nicht sooo fotogen. Aber spätestens ab Mitte März, wenn die Blätter etwas größer sind, gibt der Bärlauch ein immer schöneres Fotomotiv ab. Am schönsten wird es dann ab Mitte bis Ende April, wenn der Bärlauch in Blüte steht. Das ist jetzt nur ein grober Fahrplan. Wann der Bärlauch bei dir genau sprießt und blüht kann durchaus etwas von meinen Spots abweichen. Aber keine Sorge, selbst in meinem Wald sprießt der Bärlauch an einer Stelle etwas früher als an der anderen.



Was brauchst du, um Bärlauch zu fotografieren

Das wichtigste ist die richtige Kleidung! Eine schmutzabweisende und wasserfeste Hose oder eine entsprechende Unterlage (Plastiktüte, Isolierkissen). Mit einer Jeans wirst du unter Umständen schnell nasse und braune Knie bekommen, denn gerade im Frühling kann der Waldboden noch ziemlich nass sein.

Eine besondere Kameraausrüstung ist nicht nötig, aber es gibt ein paar Dinge, mit denen du noch bessere Bilder machen kannst:

Solltest du bisher nur eine Kamera mit einem Kit-Objektiv haben und noch keine weitere Ausrüstung, musst du jetzt nicht verzweifelt aufhören zu lesen! Auch damit kannst du tolle Bilder machen, du musst notfalls nur ein bisschen improvisieren.

Statt einem Stativ kannst du dir ganz einfach einen Reissack oder Bohnensack selber machen (ein kleines Säckchen mit Reis, Bohnen oder Styroporkügelchen füllen, zunähen oder -binden, fertig ist deine Unterlage). Statt der Blitzlich oder Dauerlicht kannst du auch mit deiner Handylampe für etwas mehr Licht sorgen. Makrolinsen zum ausprobieren bekommst du recht günstig im Internet.



Bärlauch-Motive finden

Wenn ab spätestens Mitte März oder Ende der Bärlauch ausgewachsen ist, sollte es doch total einfach sein, Motive zu finden! Oder? Nun ja, ganz so einfach ist es nicht. Einfach hinstellen und losknipsen ist eine Möglichkeit, die aber nicht zum Erfolg führen wird. Was also tun?

 

Da du eine wasserfeste Hose trägst oder eine Unterlage dabei hast, gehst du nun erst einmal auf die Knie. Aus dieser Perspektive wird der Bärlauch schon ganz anders. Und je weiter du mit dem Kopf nach unten gehst, um so eher wirst du das passende Motiv entdecken.

Wenn du deine Kamera auf ein Stativ stellst, das nicht ausgefahren ist, steht die Kamera etwas höher als der Bärlauch, aber nicht zu hoch. Wenn du aus Augenhöhe fotografierst, werden die meisten Bilder recht langweilig werden. Aber wenn du die Perspektive veränderst, wirkt sich das auch direkt auf die Bilder aus.

Du kannst deine Kamera anstatt auf ein Stativ auch direkt auf den Boden stellen (bei nassem Boden auf jeden Fall eine Unterlage wie den selbstgemachten Reissack nehmen, der gleichzeitig auch Unebenheiten ausgleicht) oder sie auf einem Baumstumpf abstellen.



Um jetzt interessante Motive zu finden, habe ich folgende Tipps für dich:

  • Finde außergewöhnliche Blattformationen
  • Bärlauchblüten
  • Tiere auf Bärlauchblättern
  • Blumen, andere Pflanzen oder Äste zwischen Bärlauch

Bärlauch fotografieren: Blattformationen

Meistens wachsen 1-3 Bärlauchblätter dicht beieinander. Manchmal aber hast du Glück und findest Blätter, die auf ungewöhnliche Art wachsen. Wie in meinem Beispielfoto. Hier wächst der Bärlauch schon fast fächerartig in einem Halbkreis. Das ist ein Motiv, das sich schön abhebt.

Bärlauch fotografieren: Tiere auf Bärlauch

Vor allem morgens, wenn der Bärlauch noch feucht und die Luft noch kalt ist, kannst du oft kleine Tierchen auf dem Bärlauch finden. So wie diese Schnecke, die den Bärlauch glücklicherweise nicht zum fressen gern hatte. Aber auch Spinnen, Käfer oder Ameisen lassen sich öfter auf Bärlauchblättern ablichten.

Bärlauchblüten

Das fotografische Highlight der Bärlauchsaison ist eindeutig die Blütezeit. Für Sammler läutet das Erblühen der Bärlauchblüten jedoch das Ende der Saison ein. Aber Bärlauchblüten geben wunderschöne Motive ab. Egal ob du die weiß grüne Pracht fotografierst oder eine Bärlauchblüte (die genaugenommen aus mehreren Blüten besteht) in Szene setzt, sie sind immer fotogen.

Beim Fotografieren von Blüten und Blumen kannst du übrigens hervorragend ein Makroobjektiv oder Nahlinsen benutzen. Aber auch mit einem Teleobjektiv hast du die Möglichkeit, Details der Blüten einzufangen. Manche Teleobjektive haben sogar eine extra Makrofunktion eingebaut, so dass du auch ohne Zubehör recht nah an die Blüten heran kommst.

Gerade wenn es noch etwas düster ist im Wald können ein Blitz oder eine Aufsteckleuchte helfen, die Bärlauchblüten besser auszuleuchten. Aber unbedingt erforderlich ist das nur, wenn es sehr windig ist und du unbedingt eine kurze Verschlusszeit benötigst. Und wie schon erwähnt kannst du dir auch mit deiner Handylampe behelfen, wenn du gar nichts anderes zur Hand hast.

Andere Blumen zwischen dem Bärlauch

Da wo ich immer sammeln gehe wachsen auch Schlüsselblumen. Die gelben Blüten zwischen dem grünen Bärlauch stechen hervor. Bestimmt gibt es auch bei dir Blumen, die zwischen dem Bärlauch wachsen und etwas Farbe aufs Bild bringen.

Manchmal liegen auch Äste zwischen dem Bärlauch (oder schauen zwischen ihm hervor) oder der Bärlauch wächst um einen Baum herum. Statt nur den Bärlauch zu fotografieren, kombiniere ihn mit allem, was sonst noch im Wald wächst oder herumliegt. Das gibt deinem Foto gleich etwas mehr Pepp.

Bärlauch fotografieren - Zusammenfassung

Um Bärlauch in Szene zu setzen brauchst du keine Spezialausrüstung. Nur gute Knie und eine wasserfeste Unterlage oder schmutzfeste Hose. Hier nochmal meine wichtigsten Tipps, damit du keine langweiligen Bilder vom Bärlauch schießt:

Ändere die Perspektive, Bärlauch möglichst nicht aus dem Stand von oben fotografieren

  • Kleine Tiere lassen deine Bärlauchbilder lebendig wirken
  • Blüten, Blumen oder Äste in Mitten des Bärlauch geben tolle Motive ab
  • Und am wichtigsten: Erst fotografieren, dann sammeln!

Ich hoffe, dir haben meine Tipps gefallen und du weißt jetzt, worauf es ankommt, um Bärlauch in Szene zu setzen. Wenn du immer die neuesten Tipps rund um die Wald- und Baumfotografie und die neuesten Infos zu meinen Produkten erhalten willst, abonniere direkt meinen Newsletter. Ich werde dich auch nicht zuspammen, versprochen!

Und falls du es nicht mitbekommen hast, die ersten Workshoptermine stehen bereits fest!

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

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Waldfotografie – meine 10 besten Fotos aus 2021

2021 war in Bezug auf die Waldfotografie für mich ein sehr gutes Jahr. Neue Kamera, neues Objektiv und damit viele neue Möglichkeiten. Weit über 8500 Fotos aus dem Jahr 2021 habe ich auf der Festplatte. Etwa 1900 Fotos davon sind nicht im oder am Wald entstanden, wenn teils auch in Blaubeuren, wo es ja sehr bewaldet ist. Dennoch zähle ich sie nicht dazu. Rund 6600 Fotos habe ich also im Wald gemacht. Übrigens, das Titelbild hat es nicht in die Top 10 geschafft!


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Das klingt jetzt sehr viel. Und tatsächlich ist das ein Resultat aus verschiedenen Gründen. Zum einen habe ich ein sehr schlechtes Vorstellungsvermögen. Mir fällt es sehr schwer, mir etwas bildlich vorzustellen. Deshalb gelingt es mir nicht immer auf Anhieb, den besten Winkel für ein Foto zu finden und ich mache eben mehrere Aufnahmen, die sich teils nur in Nuancen unterscheiden.

Teils mache ich absichtlich mehrere Aufnahmen vom gleichen Motiv, falls eines etwas verwackelt. Ich habe aktuell nur ein sehr leichtes Reisestativ, das entsprechend nicht so stabil ist, wie ein schwereres. Aber da ich meinem Rücken oft nicht noch mehr Gewicht zumuten will, bin ich bewusst diesen Kompromiss eingegangen. 2022 werde ich das Thema Stativ nochmal aufgreifen.

Ja und der letzte Grund ist, dass ich viel mit Fotostacking und Panoramas experimentiert habe und so teils 10-15 Bilder nur dafür zustande kamen. Außerdem habe ich bisher so gut wie keine Fotos gelöscht, selbst die total verwackelten nicht. Das hole ich aktuell aber nach, alleine nur schon, um etwas Platz auf der Festplatte zu schaffen.

Bei so vielen Fotos ist es natürlich gar nicht so einfach, meine 10 Lieblingsfotos aus 2021 zu küren. Über 50 Fotos haben es alleine in die engste Auswahl geschafft. Von denen habe ich schlussendlich aber meine Top 10 gekürt, die ich dir hier vorstellen will. Da ich mich kaum entscheiden kann, welches ich am liebsten mag, stelle ich sie dir einfach in chronologischer Reihenfolge auf, wie ich sie aufgenommen habe.

Alle Fotos wurden mit der Canon EOS R aufgenommen. Bei allen Bildern außer Nr. 8 wurde das Canon EF 24-105mm f/4 IS USM Objektiv benutzt. Sofern nicht anders angegeben entstanden sie alle bei ISO 100.

Woodland Photography – meine Top 10 Waldfotos aus 2021

Nr. 1: Kiefernwald im Nebel

90mm, f8, 1/15 sek, Belichtungskorrektur +1/3

Am 6. Februar um 11:24 ist dieses Foto entstanden. Hat mich früher bei Regen oder Nebel nichts aus dem Haus bekommen, hat sich das mit der Entdeckung einiger Youtuber in der zweiten Hälfte 2020 schlagartig geändert. Ich hatte wirklich viel Glück, dass in einem Teilstück meines lokalen Lieblingswaldes auch so spät am Tag noch Nebel war. So ist dort in einem Kiefernwald dieses Foto entstanden.

Nr 2: Scharfgarbe im Gegenlicht

75mm, f4.0, 1/400 sek, Belichtungskorrektur -2/3

Auf einer Wiese neben einem kleinen Waldsee ist dieses Bild entstanden. Früher hat hier ein Jagdschloss gestanden, das aber abgetragen und in der Gemeinde Altbach neu aufgebaut wurde. Im Frühling blühen hier viele wunderschöne Blumen und geben ein tolles Motiv ab. Dieses Bild ist am 20. Mai um 8:38 entstanden.

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Nr. 3: Farne im Kiefernwald

105mm, f5.6, 1/5 sek

Wie schon Nummer 1 ist dieses Bild in meinem Lieblingswald entstanden. Ich komme sehr oft wieder und entdecke jedes Mal etwas Neues. Man kann ja glauben, dass Fichtenplantagen langweilig und unfotogen sind, aber mit dem richtigen Wetter und aus der richtigen Perspektive können selbst solche Orte richtig tolle Motive liefern. Falls du das auch lernen willst, empfehle ich dir übrigens einen meiner Workshops. Wie fast alle meine Bilder ist auch dieses am Morgen, nämlich um 8:30 des 17. Juli entstanden.

Nr. 4: Gräser im Wald

105mm, f4, 1/60 sek, Belichtungskorrektur -1

Das gleiche Waldgebiet aber eine ganz andere Ecke wie die Bilder Nr. 1 und Nr. 3 hat mir dieses wunderschöne Motiv beschert. Am 21. August um 7:54 blitze etwas Sonne zwischen den Bäumen durch. Das Gras und die Blumen auf dem Waldboden wurden angestrahlt und mit dem wunderschönen Gegenlicht der Morgensonne entstand dieses Lieblingsfoto.



Nr. 5: Eiche im Nebel

105mm, f9, 0,5sek

Der unvergesslichste Tag aus dem Jahr 2021 ist der, an dem dieses Foto entstanden ist. Ich will gar nicht viel dazu sagen, denn die ganze Geschichte kannst du hier nachlesen: Der größte Fehler, den du machen kannst

Ich war schon kurz nach Sonnenaufgang im Wald, aber entstanden ist dieses Foto erst um 8:09 Uhr.

Nr. 6 Spaziergänger im Nebel

105mm, f9, 0,5sek

Nur kurz nach Nr. 5, nämlich um 8:20 Uhr ist dieses Foto entstanden. Ein Jogger und ein Spaziergänger verschwanden zwischen den saftiggrünen Buchen und Eichen im Nebel. Ein Foto, das für sich selbst spricht.

Nr. 7: Frühes Herbstlaub im Gegenlicht

105mm, f4, 1/15 sek, Belichtungskorrektur -1

Die ersten Blätter haben angefangen sich zu verfärben und zeigen den immer näherkommenden Herbst an. Es ist das erste Mal, dass ich diesen Waldabschnitt oberhalb von Grunbach erkunde. Anders als die meisten anderen meiner Fotos ist dieses Bild am späten Nachmittag um 17:55 Uhr entstanden, als die tiefstehende Herbstsonne zwischen den Bäumen durchschien und das frühe Herbstlaub anleuchtete.



Nr. 8: Farn am schattigen Hang

8 Waldfotografie Leuchtender Farn
300mm, f5.6, 1/25 sek, Belichtungskorrektur -1 1/3

Mein erster Besuch der Kesselgrotte im Welzheimer Wald hat zu diesem Bild geführt. Der Farn, der zwischen Felsen wuchs, wurde von einem Sonnenstrahl getroffen, während die dunklen Steine im Schatten lagen. Ich habe hier nur noch etwas die Tiefen verdunkelt und das Foto etwas zugeschnitten. Entstanden ist es am 24. Oktober um 10:41.

Nr. 9: Moosbewachsene Birke

105mm, f4, 1/4 sek

Diese Birke habe ich bei einem weiteren Besuch des Waldes oberhalb von Grunbach entdeckt. Der Kontrast des grünen Mooses und den orangenen Blättern und dazu noch der schwarz-weiße Stamm der Birke haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Dieses Foto ist am Vormittag um 10:21 des 5. Dezember entstanden.

Nr. 10: Die Schlangenbuche

105mm, f4, 1 sek, Belichtungskorrektur 2/3

Oberhalb von Grunbach liegt das Örtchen Bouch. Öfter durchgefahren, nie besucht, habe ich am 11. Dezember beschlossen, dort anzuhalten. Und es war ein totaler Glücksgriff. Schnee und Nebel! Zunächst war ich gar nicht angetan von dem Wäldchen, aber dann habe ich doch einige sehr spannende Bäume gefunden. Dieses krumme Bäumchen ist mir zunächst gar nicht aufgefallen. Doch bei einem Blick zurück habe ich erkannt, dass ich beinahe ein richtig tolles Motiv übersehen hätte! Was ein Glück, dass ich mich um 9:40 Uhr noch einmal umgedreht habe, um wirklich nichts zu verpassen. Den ganzen Beitrag dazu findest du hier: Einen neuen Wald erkunden – wieso du nicht sofort umdrehen solltest

So, das waren meine 10 Lieblingsfotos aus dem Jahr 2021. Ob es die technisch besten sind? Möglicherweise nicht. Aber diese Bilder haben mir am besten gefallen. Es gab aber noch so viele weitere wirklich tolle Bilder, die ich teilweise schon gezeigt habe oder sicherlich noch zeigen werden. Welches hat dir am besten gefallen? In welcher hättest du die Bilder nominiert? Verrate es mir doch in den Kommentaren!

 

Allzeit bestes Licht wünscht

 

Deine Tanja

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Waldfotografie – Noch mehr Waldfunde

Erinnerst du dich noch an meinen Beitrag “Waldfotografie und Waldfunde – Was man im Wald so findet“? Da habe ich dir schon einige lustige, traurige und spannende Waldfunde vorgestellt. Heute soll es weitergehen mit allerlei Waldfunden, auf die ich während meiner Waldfotografie so gestoßen bin. Dazu erzähle ich wieder einiges Wissenswertes zu diesen Waldfunden.


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Glück im Überfluss

Auf einer Wiese am Waldrand habe ich einige vierblättrige Kleeblätter gefunden. Wusstest du, dass das eigentlich ein Gendefekt ist? Sobald du ein vierblättriges Kleeblatt gefunden hast, wirst du schnell feststellen, dass es nicht das einzige ist. Und selbst im folgenden Jahr wachsen an der gleichen Stelle wieder vierblättrige Kleeblätter. Aber schau mal genau hin, was fällt dir beim Kleeblatt in der Mitte auf? So viel Glück auf einmal muss man erst einmal haben!

Radfahren verboten!

Gerade in der heutigen Zeit, wo sich alles um die Abschaffung des Autos dreht, mag das gefundene Schild auf den ersten Blick verwundern. Und lustig aussehen tut es noch dazu. Wer würde schon mit seinem alten Hollandrad durch den Wald düsen? Leider fahren sehr viele Mountainbiker abseits der erlaubten Wege und nehmen auch den Trail, an dem das Schild hängt. Abgesehen von wenigen ausgewiesenen Trails sind für Mountainbiker nur Waldwege mit einer Breite von mindestens 2 Metern erlaubt (zumindest bei uns in Baden Württemberg). Schade dass sich so viele nicht dran halten!

Seltsamer Forstwagen

An einem Morgen kam mir dieser seltsame Forstwagen entgegen. Seltsam, was der wohl im Wald gesucht haben mag? Spaß beiseite, der LKW-Fahrer hat wohl den kürzesten Weg vom auf dem Berg gelegenen Ort durch den Wald genommen anstatt über die außen herumführende Straße zu nehmen.

Im Wald gibt es nicht nur Rehe, sondern auch Rehbäume!

Als ich diesen Baum gesehen habe, musste ich irgendwie an ein liegendes Reh denken. So entspannt liegt es da. Nur dass statt einem Kopf ein Baumstamm aus seinem Körper wächst. Wenn der Mensch Formen und Gesichter sieht, wo eigentlich keine sind, nennt man das übrigens Pareidolie.

Vermutlich sehen deshalb so viele Menschen auf Waldgeister, Elfen oder Trolle. Aber wer weiß, vielleicht gibt es sie ja doch? Vielleicht steht der Baum nachts, wenn alle Menschen schlafen, auf und läuft umher? Was denkst du?

Tierische Waldfunde während der Waldfotografie

Einige Waldfunde sind tierischen Ursprungs. Aber sie sind entweder superselten oder so faszinierend, dass ich sie hier für dich aufzählen will.

Den Anfang macht der Gallapfel. Die Gallwespe legt ihre Eier in Blattadern von Eichenblättern ab. Der Baum startet eine Abwehrreaktion, worauf um die Einstichstelle diese charakteristische runde Wucherung entsteht. Im Herbst schlüpfen dann immer weibliche Gallwespen, wie wiederum Eier in den Vegetationskegel der Eichenknospe legen. Daraus schlüpfen dann im Sommer männliche und weibliche Gallwespen.

Was den Gallapfel aber so besonders macht ist, dass man früher Tinte gemacht hat! Schon im dritten Jahrhundert nach Christus wurde das Rezept dazu aufgeschrieben. Vermutet wird aber, dass das Rezept schon zweihundert Jahre früher aus dem arabischen Raum nach Mitteleuropa kam. Um Tinte herzustellen mischt man den Absud von grob gemahlenen Galläpfeln mit Eisensalzen. Diese schwarze Tinte wurde sowohl zum Schreiben als auch zum Gerben von Leder verwendet. Faszinierend, nicht wahr?

Warnung - es kann eklig werden bei der Waldfotografie

Die nächsten drei Funde empfindet der eine oder andere eventuell als etwas eklig. Also sei gewarnt! Fangen wir an mit den Krebsscheren. Im September 2020 war ich wieder in meinem Lieblingswaldstück unterwegs. Und dann lagen da plötzlich Krebsscheren im Moos. Soweit ein befreundeter Krebsexperte es erkennen konnte, handelt es sich um die Überreste eines deutschen Edelkrebses. Diese sind stark von der eingeschleppten Krebspest bedroht.

Waldfunde - toter Krebs

Skeptiker hielten dagegen, dass „Sternenrotz“ irdischer Herkunft war und aus ausgewürgte Nahrungsresten von Vögeln bestand. Und damit lagen sie gar nicht so falsch. Tatsächlich handelt es sich um die zumeist unverdaulichen Eileiter von Amphibien.

Mysteriös dagegen fand ich diese extreme Ansammlung von toten Regenwürmern. Nicht nur an der einen Stelle, sondern auch an vielen anderen. Was hat so viele Regenwürmer in den Bach und damit den sicheren Tot getrieben? Leider habe ich auf diese Frage keine Antwort und so bleibt es wohl für immer ein Mysterium.

Pilziger Waldfund

Manchmal werden Pilzsucher von einem unangenehmen Geruch überrascht. Es stinkt wie Verwesung. Aber nicht etwa ein Mordopfer ist für diesen unangenehmen Geruch verantwortlich, sondern ein Tintenfischpilz.

Ursprünglich stammt diese Pilzart aus Australien und Neuseeland und wurde vor über 100 Jahren nach Europa eingeschleppt. Der Tintenfischpilz ist nach Entfernung des Sporenbehälters und der gelatinösen Gleba-Schicht zwar essbar, aber nicht unbedingt als kulinarisches Highlight bekannt. Also lasse ich den Stinkepilz doch lieber da, wo ich ihn gefunden habe, nämlich im Wald.

Liebe im Wald

Der letzte Waldfund, von dem ich euch berichten will, ist eher romantischer Natur. Jemand war so verliebt, dass er oder sie aus einem alten Baumstamm ein Herz geschnitzt hat. Geziert wird es von den Initialen C und E. Vielleicht sind das seine und ihre Anfangsbuchstaben? Oder jemand hat es einfach so geschnitzt und CE steht für seinen Vor- und Nachnamen. So oder so, ich fand diesen Waldfund so romantisch, dass ich ihn mit dir teilen wollte!

Waldfund - Geschnitzes Herz aus altem Baumstamm

Haben dir diese Waldfunde auch gefallen? Welchen findest du am spannensten? Verrate es mir doch in einem Kommentar!

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

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Einen neuen Wald erkunden – wieso du nicht sofort umdrehen solltest

Der Schnee ist schon fast wieder geschmolzen. Vielleicht ist das heute die letzte Gelegenheit für einige Zeit, einen verschneiten Wald zu fotografieren. Dazu hat es auch noch schönen, dichten Nebel, zumindest auf der Straße. Der Plan ist, einen neuen Abschnitt des recht großen Waldes in der Nähe zu erkunden. Aber wird der neue Wald auch ein Erfolg?


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Neugierig auf den neuen Wald

Schon öfter bin ich an dem Parkplatz vorbeigefahren, der der Startpunkt meiner Erkundungstour sein sollte. Um kurz nach 8 Uhr, also gerade zum Sonnenaufgang, komme ich an. Dichter Nebel, Schnee und ungemütliche 1 Grad. Kurz die Schneeschuhe und wasserfeste Hose anziehen, den Tee im Rucksack verstauen und schon geht es los.

Doch so recht warm werde ich mit dem Wald nicht. Zwischen den noch relativ jungen Bäumen liegen viele Äste und Reisig. Man merkt, dass hier viel Forstwirtschaft betrieben wird. Alles wirkt so unordentlich und unruhig. Ob ich hier wirklich auch nur ein gutes Foto machen werde? Selbst die älteren Bäume neben dem Weg, die ihre knorrigen, verschneiten Äste in den Nebel ragen, überzeugen mich anfangs irgendwie nicht so recht.

Eine Tanne, die sich an eine junge Buche schmiegt und ein alter Baumstumpf fallen mir ins Auge. Die Tanne muss gleich herhalten als Beispiel, was man beim Fotografieren beachten bzw. falsch machen kann und gleich auch, um die verschiedenen Bildformate durchzugehen. Doch dazu zu gegebener Zeit mehr.

Bald biege ich ab in einen recht zugewachsenen Forstweg. Das Laufen hier ist viel Mühsamer, da ich aufpassen muss, nicht in eine Pfütze zu treten oder über einen Ast zu stolpern. Dafür bleibt mein Blick an einer verschneiten Distel hängen. Doch kaum habe ich die Kamera positioniert, kommt leichter Wind auf. Gerade genug, dass ich den ISO Wert hochschrauben muss, um eine möglichst kurze Verschlusszeit zu bekommen.

Die erste schöne Komposition im neuen Wald

Etwas weiter im Wald ist mir dann dieser beinahe wellig gewachsene Baum aufgefallen. Zwischen all den kerzengeraden Stämmen sticht er direkt hervor. Mit dem Nebel im Hintergrund wirkt er auch sehr mystisch.

Chaos im Wald

Etwas weiter dem Weg entlang dann der nächste ungewöhnliche Baum: Eine noch recht junge Buche hat sich unter der Schneelast vergangener Winter gebeugt und neigt ihre Krone dem Boden und nicht dem Himmel zu. Eigentlich ein spannendes Motiv, vor allem mit den letzten braunen Blättern vor den Bäumen, die beinahe im Nebel verschwinden. Aber hier siehst du sehr gut, was ich anfangs schon erwähnte. Der Waldboden ist ein einziges Chaos. Gefällte Bäume, Äste und Baumstümpfe machen das ganze Bild extrem unruhig.

TIPP: Achte bei deiner Komposition nicht nur auf die Bäume, sondern auch um das drum herum, besonders auf den Waldboden.

Zeit für eine Pause

Der Weg, den ich für meine Erkundungstour ausgewählt habe, ist ein kleiner Rundweg, gar nicht besonders lang. Nun ist die erste Hälfte geschafft und meine Finger, die die meiste Zeit in Handschuhen stecken, werden dennoch langsam steif. Zum Glück bin ich vorbereitet. Ich liebe meine EMSA Kaffeebecher, die ich vor einigen Jahren geschenkt bekommen habe. Der Tee bleibt stundenlang warm und wärmt mich nun ein wenig auf. Falls du noch ein Geschenk zu Weihnachten oder für einen Geburtstag suchst, ich kann sie uneingeschränkt empfehlen, vor allem für winterliche Fototouren!

Und sehr bald nach meiner kurzen Teepause finde ich schon das nächste Motiv. Eine kleine Buche zwischen ihren großen Geschwistern, die noch ihre Herbstblätter trägt. Es war, als ob die Großen den Nachwuchs in die Mitte nehmen und beschützen würden.

Einen solchen Baum habe ich gesucht!

Langsam führt der Weg wieder in Richtung Auto. Vorher sollten noch ein Spielplatz und ein Rastplatz kommen. Und da steht er, dieser außergewöhnliche Baum, nach dem ich bei jedem Waldspaziergang Ausschau halte. Skurril aber dick gewachsene Äste, die ziemlich weit unten vom Baum abgehen. Genau das, was ich immer suche.

Genau deshalb muss die alte Eiche auch erst mal ausgiebig für mich posieren. Mit meinem Standardobjektiv, dem 24-105 f4 von Canon habe ich ebenso Bilder gemacht, wie mit meinem Canon 10-18mm und meinem Tamron 70-300mm. Auch einige ICM Bilder habe ich gemacht. Vorbei an weiteren alten, aber weniger spektakulär gewachsenen Bäumen, unter denen Picknickbänke und -Tische stehen, geht es ziemlich durchgefroren endlich zurück zum Auto.

Alles in allem bin ich noch unsicher, ob ich den Wald wirklich mag. Dank Schnee und Nebel habe ich einige wirklich tolle Bilder gemacht. Insgesamt bin ich aber bei unter 100 Fotos geblieben (ich mache oft mehrere Aufnahmen von einem Motiv für Fokusstacking oder mit verschiedenen Einstellungen). Dafür sind die wenigen Kompositionen im Großen und Ganzen wirklich gelungen. Nein, eigentlich sind fast alle Bilder und Kompositionen sehr gut geworden. Eine kleine, aber extrem feine Auswahl, die ich mit nach Hause gebracht habe.

Einen neuen Wald erkunden - das habe ich heute gelernt

Mein Fazit von dieser Fototour: Auch wenn dir ein Wald auf den ersten Metern nicht wirklich zusagt, kannst du dort wunderschöne Kompositionen finden. Es ist alles eine Kopfsache. Gehst du durch den Wald und denkst „Blöd, hässlich, chaotisch, gefällt mir nicht, gefällt mir auch nicht“, dann kommst du ohne ein einziges Foto nach Hause. Bleibe offen und suche die Schönheit in der Unvollkommenheit. Die Japaner nennen das übrigens Wabi Sabi. Dazu werde ich sicher auch eines Tages hier etwas schreiben.

Was denkst du über den Wald? Gefallen dir die Bilder? Hast du schon einmal etwas Ähnliches erlebt? Berichte mir doch davon in einem Kommentar! Und wenn du zukünftig weitere Fototipps und Geschichten aus dem Wald lesen willst, trage dich noch in den Newsletter ein.

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

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Waldfotografie und Waldfunde – Was man im Wald so findet

Wer wie ich viel im Wald unterwegs ist und sich der Waldfotografie verschrieben hat, der wird über Kurz oder Lang über die einen oder anderen außergewöhnlichen Waldfunde stolpern. Manches davon ist ausgesprochen fotogen, anderes macht furchtbar wütend und traurig. Und doch können auch diese Dinge hin und wieder ein spannendes Fotomotiv abgeben.

 

Nicht alles habe ich fotografisch in Szene gesetzt, manche Bilder sind nur als Schnappschüsse gedacht gewesen, bis ich doch entschieden habe, diesen Beitrag zu schreiben. Jetzt aber wünsche ich dir viel Spaß mit meinen schlimmen, schönen, lustigen und außergewöhnlichen Waldfunden.


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Müll

Den Beginn macht das vermutlich ärgerlichste Thema: Müll. Bei meinen Fototouren im Wald bin ich schon über die kuriosesten Dinge gestoßen. Ein Fernsehgehäuse, Fässer, Schubkarren. Oder wie hier, Matratzen und andere Dinge, die einfach so neben der Straße oder einem Parkplatz abgeladen und den Hang hinuntergeworfen werden.

Häufig findet man auch Autoreifen im Wald. Ich vermute, dass sie von den Fahrzeugen der Jäger abgefallen sind (viele Wagen haben einen Ersatzreifen am Heck) oder sogar absichtlich zurückgelassen wurden, nachdem ein Platten repariert wurde. Damit gehören Autoreifen zu den Waldfunden, auf die ich gerne verzichtet hätte.

Fast schon lustig dagegen ist der Schuh, den ich in einem Bach gefunden habe. Wer zum Teufel verliert einen einzelnen Schuh mitten im Wald? Der zweite Schuh war weit und breit nicht zu entdecken. Was denkst du, wie solch ein Schuh seinen Weg in den Bach gefunden haben mag?

Seltsame Waldfunde: Gebäude

OK, diese Waldfunde als Gebäude zu bezeichnen ist etwas irreführend. Hin und wieder findet sich im Wald ein Steinbau, oftmals unbekannter Herkunft. Bei dieser Hütte handelt es sich vermutlich um einen Schlechtwetterunterstand. Das wäre jedenfalls die naheliegendste Erklärung dafür, wieso sich eine solche Steinhütte im Wald befindet.

Nicht weit von dieser Hütte entfernt bin ich auf die Überreste eines anderen Gebäudes gestoßen. Ob das der Zugang zu einem alten Bunker ist? Oder ob hier einmal ein Turm oder Haus gestanden hat, bevor der Wald gepflanzt wurde? Vielleicht diente es auch einfach als Regenauffangbecken? Weder ein Schild in der Nähe noch eine Suche bei Google haben das Mysterium entschlüsselt.

Und auch diese zerfallene Holzhütte hat sicher eine spannende Geschichte zu erzählen. Sehr wahrscheinlich handeln diese Geschichten von mehr oder weniger erfolgreichen Jagden. Denn für mich sieht es aus wie ein zusammengestürzter Hochstand.

Beim folgenden Waldfund weiß ich dagegen, dass es die Ruine eines alten Bruderhauses ist. Im 16. Jahrhundert haben dort Wiedertäufer gelebt. Heute steht nur noch der Keller, der beinahe unscheinbar neben dem Weg liegt und heute ein Kulturdenkmal ist. Aber auch hier macht kein Schild darauf aufmerksam, die Informationen findet man nur sehr tief vergraben im world wide web.

Das alte Bruderhaus in Stetten ist gut versteckt

Waldfunde in Pfützen

Manchmal, wenn es viel geregnet hat, bilden sich vor allem auf alten Forstwegen in den Gräben und Reifenspuren Pfützen. Was auf den ersten Blick wie einfaches Wasser aussieht, ist bei genauerem Hinsehen ein eigener Kosmos.

In so mancher Pfütze im Wald gibt es viel zu entdecken

Gelbbauchunken und Bergmolche nutzen diese Pfützen zur Eiablage. Libellen legen ebenfalls ihre Eier hinein. In den Pfützen leben kleine Wasserflöhe und andere Tiere, die als Beute für die gefräßigen Libellenlarven dienen. Findest du nicht, dass sie irgendwie aussehen wie kleine Aliens?

Kannst du den Lurch und die Kaulquappe entdecken?
Kein Alien sondern eine Libellenlarve

Übrigens, so sehen diese kleinen Monster aus, wenn sie dann endlich aus dem Wasser kommen und die majestätischen Libellen geschlüpft sind.

Frostige Waldfunde

Dieser Beitrag ist im Oktober entstanden. Noch sind die Tage warm und die Nächte frisch aber nicht frostig. Doch sobald sich das ändert, wirst du wieder die Möglichkeit haben, ein faszinierendes Phänomen zu beobachten: Haareis.

Auch wenn man es zunächst glauben mag, Haareis ist kein Pilz, sondern tatsächlich gefrorenes Wasser. Also echtes Eis. Es findet sich auf Totholz von Laubbäumen. 3-10cm können die Eishaare lang werden. Dabei wachsen sie beinahe rasen schnell mit 5 bis 10 Millimetern pro Stunde. Vermutlich ist ein schimmelartiger Pilz im Holz der „Baumeister“ dieses seltsamen Gebildes. Sie bilden Gase, die das Wasser aus dem Holz verdrängen, wodurch die haarartige Struktur entsteht.