Waldfotografie und Waldfunde – Was man im Wald so findet

Wer wie ich viel im Wald unterwegs ist und sich der Waldfotografie verschrieben hat, der wird über Kurz oder Lang über die einen oder anderen außergewöhnlichen Waldfunde stolpern. Manches davon ist ausgesprochen fotogen, anderes macht furchtbar wütend und traurig. Und doch können auch diese Dinge hin und wieder ein spannendes Fotomotiv abgeben.

 

Nicht alles habe ich fotografisch in Szene gesetzt, manche Bilder sind nur als Schnappschüsse gedacht gewesen, bis ich doch entschieden habe, diesen Beitrag zu schreiben. Jetzt aber wünsche ich dir viel Spaß mit meinen schlimmen, schönen, lustigen und außergewöhnlichen Waldfunden.


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Müll

Den Beginn macht das vermutlich ärgerlichste Thema: Müll. Bei meinen Fototouren im Wald bin ich schon über die kuriosesten Dinge gestoßen. Ein Fernsehgehäuse, Fässer, Schubkarren. Oder wie hier, Matratzen und andere Dinge, die einfach so neben der Straße oder einem Parkplatz abgeladen und den Hang hinuntergeworfen werden.

Häufig findet man auch Autoreifen im Wald. Ich vermute, dass sie von den Fahrzeugen der Jäger abgefallen sind (viele Wagen haben einen Ersatzreifen am Heck) oder sogar absichtlich zurückgelassen wurden, nachdem ein Platten repariert wurde. Damit gehören Autoreifen zu den Waldfunden, auf die ich gerne verzichtet hätte.

Fast schon lustig dagegen ist der Schuh, den ich in einem Bach gefunden habe. Wer zum Teufel verliert einen einzelnen Schuh mitten im Wald? Der zweite Schuh war weit und breit nicht zu entdecken. Was denkst du, wie solch ein Schuh seinen Weg in den Bach gefunden haben mag?

Seltsame Waldfunde: Gebäude

OK, diese Waldfunde als Gebäude zu bezeichnen ist etwas irreführend. Hin und wieder findet sich im Wald ein Steinbau, oftmals unbekannter Herkunft. Bei dieser Hütte handelt es sich vermutlich um einen Schlechtwetterunterstand. Das wäre jedenfalls die naheliegendste Erklärung dafür, wieso sich eine solche Steinhütte im Wald befindet.

Nicht weit von dieser Hütte entfernt bin ich auf die Überreste eines anderen Gebäudes gestoßen. Ob das der Zugang zu einem alten Bunker ist? Oder ob hier einmal ein Turm oder Haus gestanden hat, bevor der Wald gepflanzt wurde? Vielleicht diente es auch einfach als Regenauffangbecken? Weder ein Schild in der Nähe noch eine Suche bei Google haben das Mysterium entschlüsselt.

Und auch diese zerfallene Holzhütte hat sicher eine spannende Geschichte zu erzählen. Sehr wahrscheinlich handeln diese Geschichten von mehr oder weniger erfolgreichen Jagden. Denn für mich sieht es aus wie ein zusammengestürzter Hochstand.

Beim folgenden Waldfund weiß ich dagegen, dass es die Ruine eines alten Bruderhauses ist. Im 16. Jahrhundert haben dort Wiedertäufer gelebt. Heute steht nur noch der Keller, der beinahe unscheinbar neben dem Weg liegt und heute ein Kulturdenkmal ist. Aber auch hier macht kein Schild darauf aufmerksam, die Informationen findet man nur sehr tief vergraben im world wide web.

Das alte Bruderhaus in Stetten ist gut versteckt

Waldfunde in Pfützen

Manchmal, wenn es viel geregnet hat, bilden sich vor allem auf alten Forstwegen in den Gräben und Reifenspuren Pfützen. Was auf den ersten Blick wie einfaches Wasser aussieht, ist bei genauerem Hinsehen ein eigener Kosmos.

In so mancher Pfütze im Wald gibt es viel zu entdecken

Gelbbauchunken und Bergmolche nutzen diese Pfützen zur Eiablage. Libellen legen ebenfalls ihre Eier hinein. In den Pfützen leben kleine Wasserflöhe und andere Tiere, die als Beute für die gefräßigen Libellenlarven dienen. Findest du nicht, dass sie irgendwie aussehen wie kleine Aliens?

Kannst du den Lurch und die Kaulquappe entdecken?
Kein Alien sondern eine Libellenlarve

Übrigens, so sehen diese kleinen Monster aus, wenn sie dann endlich aus dem Wasser kommen und die majestätischen Libellen geschlüpft sind.

Frostige Waldfunde

Dieser Beitrag ist im Oktober entstanden. Noch sind die Tage warm und die Nächte frisch aber nicht frostig. Doch sobald sich das ändert, wirst du wieder die Möglichkeit haben, ein faszinierendes Phänomen zu beobachten: Haareis.

Auch wenn man es zunächst glauben mag, Haareis ist kein Pilz, sondern tatsächlich gefrorenes Wasser. Also echtes Eis. Es findet sich auf Totholz von Laubbäumen. 3-10cm können die Eishaare lang werden. Dabei wachsen sie beinahe rasen schnell mit 5 bis 10 Millimetern pro Stunde. Vermutlich ist ein schimmelartiger Pilz im Holz der „Baumeister“ dieses seltsamen Gebildes. Sie bilden Gase, die das Wasser aus dem Holz verdrängen, wodurch die haarartige Struktur entsteht.

Haareis

Doch damit sich Haareis bildet, müssen ganz spezielle Wetterbedingungen herrschen. Zunächst muss es ein bis zwei Tage viel regnen. Anschließend müssen die Temperaturen knapp um den Gefrierpunkt liegen. Außerdem muss es windstill sein. Sobald dann die Temperatur unter den Gefrierpunkt sinkt, beginnt sich das Haareis zu bilden. So unwahrscheinlich das jetzt klingen mag, aber bei uns in der Region kommt es ziemlich häufig vor. So oft, dass ich schon gar nicht mehr anhalte um es zu fotografieren.

Das Eis sieht wirklich aus wie Haare

Auch der nächste Waldfund dreht sich um Eis. Und um Frösche. Frösche sind wirklich faszinierende Tiere. Als wechselwarme Tiere passen sie ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur an. Und wenn es im Spätherbst kalt wird, verfallen sie in Winterstarre. Aber im Februar werden sie richtig „heiß“. Denn dann ist Paarungszeit.

 

Oft jedoch ist es im Februar noch bitterkalt und die Teiche, in denen die Frösche ihre Eier ablegen frieren nachts wieder zu. Es ist wirklich lustig zu sehen, wie sich die Frösche unter dem Eis knubbeln und ablaichen. Und trotz der Kälte schlüpfen schon bald darauf kleine Kaulquappen, die nach wenigen Wochen zu kleinen Fröschen werden und wieder in den Wald ziehen.

Frösche unter der gefrorenen Oberfläche
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Das soll es jetzt erst einmal gewesen sein mit meinen Waldfunden. Aber im Wald gibt es noch viel mehr Kurioses zu entdecken. Wenn du mehr wissen willst, abonniere meinen Newsletter und werde informiert, sobald der zweite Teil erscheint. Außerdem nimmst du als fleißiger Leser meines Newsletters automatisch am Gewinnspiel teil.

Und wenn du Hilfe beim Fotografieren brauchst, kann ich dir einen meiner Workshops empfehlen. Ich freue mich schon darauf, dich dort kennenzulernen!

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

Herbstlaub, Pilze und mehr – 8 Motivideen für herbstliche Waldfotografie

Meine liebste Jahreszeit ist tatsächlich der Herbst. Besonders, wenn er warm und sonnig ist. Ich liebe diese bunten, strahlenden Farben der Bäume. Einfach perfekt für meine Waldfotografie. In diesem Beitrag will ich ein paar Motivideen für wunderschöne herbstliche Waldfotos geben und dir zeigen, wie vielfältig die Waldfotografie im Herbst ist.


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Waldfotografie im Herbst: Bunte Blätter

Fangen wir an mit dem absoluten Klassiker: Bunte Blätter. Wann genau sich das Laub verfärbt, ist jedes Jahr etwas anders. Es braucht kürzere Nächte, nächtliche Temperaturen um einstelligen Bereich und davon mehrere aufeinanderfolgend. Eine kalte Nacht macht also noch keinen Herbst. Wenn sich dann aber die Blätter ab Ende September oder Anfang Oktober endlich verfärben, kannst du viele unglaublich schöne Waldfotos mit buntem Herbstlaub machen.

So setzt du Herbstlaub gekonnt in Szene

Wenn du buntes Herbstlaub fotografieren willst, suche dir einen Baum mit niedrig hängenden Blättern. Etwas Sonne, am besten von der Seite oder von hinter dir kommend, ist ideal, um die Blätter zu beleuchten. Aber achte darauf, dass es nicht zu viel Sonne ist, da die Farben sonst nicht mehr so schön zur Geltung kommen. Das Licht am frühen Morgen oder späten Nachmittag/frühen Abend eignet sich am besten.

So auch bei diesem Foto. Hier kommen die Herbstfarben der Buchenblätter sehr gut zur Geltung. Dieses Bild ist bei 50mm entstanden und wurde aus der Hand fotografiert. Kein Stativ. Das ging deshalb so einfach, weil es schon relativ hell war im Wald. Bei Nahaufnahmen von Laub liegt der Fokus tatsächlich mehr auf den Farben und Strukturen der einzelnen Blätter.

Noch besser können solche Nahaufnahmen von Herbstlaub mit einem Teleobjektiv werden. Das nachfolgende Foto wurde mit einer Brennweite von 600mm aufgenommen. Das hat es mir ermöglicht, in die Baumkrone zu blicken und dort die sonnenbeschienen Blätter abzulichten.

Waldfotografie: Bäume und Herbstwälder

Einzelne Bäume im Wald zu fotografieren kann eine ziemliche Herausforderung sein. Vor allem, wenn es nicht nebelig ist und der Nebel nicht dabei hilft, die Bäume von einander abzugrenzen. Eine Möglichkeit ist, ihn ins richtige Licht zu rücken. Zum Beispiel wenn die Sonne von der Seite auf den Baum fällt und er heller ist als die umliegenden Bäume.

 

Hat das Laub eine andere Farbe als das der Bäume drumherum, ist es auch ziemlich einfach, einen besonders schönen Baum zur Geltung zu bringen.

Eine ebenfalls sehr schöne Methode, einzelne Bäume hervorzuheben, ist das Nutzen von Gegenlicht. Du positionierst dich so, dass die tiefstehende Sonne hinter dem Baumstamm liegt. Er wird von hinten angeleuchtet und es erscheint ein feiner Lichtstrahl links und rechts am Stamm. Damit ziehst du den Blick des Betrachters direkt auf diesen einen Baum.

Herbstliche Waldwege

Eine weitere Motividee für den Herbstwald sind Waldwege. An sonnigen Tagen, wenn das Laub bunt strahlt, entstehen magische Fotos, die einen sofort in den Wald ziehen. Doch auch Nebel und Wolken hindern dich nicht daran, Fotos von Waldwegen zu machen, die den Herbst perfekt einfangen.

Idealerweise stellst du deine Blende auf f8-f11 und suchst dir einen Fokuspunkt im ersten Drittel des Bildes. Wege wirken in der Regel am besten, wenn sie einigermaßen mittig im Bild plaziert sind oder ganz am Rand starten.  Versuche zumindest, den Weg nicht irgendwo im Bild starten zu lassen. Das wirkt unsymmetrisch und das menschliche Gehirn bevorzugt Symmetrie.

Den Herbstwald bei schlechtem Wetter fotografieren

Schlechtes Wetter ist gutes Wetter! Besonders, wenn es bewölkt ist oder sogar leicht regnet. Und was machst du dann? Die Regenjacke schnappen, wasserfeste Schuhe anziehen und freudestrahlen in den Wald rennen! Nein, wirklich! Regen ist toll. Glaubst du nicht? Dann schau dir mal diese Bilder an.

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Im und nach dem Regen herrscht oft eine besondere Stimmung im Wald. Ich bin dann wirklich gerne dort. Regentropfen, die an den Ästen hängen. Blätter, die nach dem Regen eine ganz besondere Farbe haben. Nebel, der aus dem Wald aufsteigt. Du siehst, auch bei Regen kannst du tolle Herbstfotos machen!

Ich habe in den letzten Monaten den Nebel lieben gelernt. Je nebeliger, umso besser. Leider kommt dieses Wetterphänomen bei uns aber doch eher seltener vor. Und wenn doch, dann hält mich nichts mehr im Haus. Fotos wie diese können entstehen, wenn du bei Nebel in den Wald gehst.

 

Gräser und Farne

Blumen blühen im Herbst nur noch sehr spärlich. Vieles ist jetzt verblüht. Aber deshalb fehlt es noch lange nicht an Motiven am Wegesrand! Verblühte Blumen, die letzten fast vertrockneten Gräser oder auch (noch immer grüne) Farne bieten jede Menge mögliche Motive für herbstliche Fotos im Wald.

 

Manche Motive wirken auf den ersten Blick total langweilig. Aber wenn du deine Perspektive änderst, in die Hocke gehst und vielleicht sogar noch gegen das Licht fotografierst, können aufregende Bilder entstehen.

Waldfotografie im Herbst - Der Blick nach unten

Wunderschöne Motive kannst du auch finden, wenn du deinen Blick nach unten richtest. Nach und nach fallen die Blätter von den Bäumen. Einzelne Blätter stechen aus der Menge hervor oder viele bunte Blätter bilden ein schönes Muster. Wie diese Blätter auf den nachfolgenden Fotos

Wenn sich nach dem Regen Pfützen bilden, bin ich auch jedes Mal total begeistert. Ich liebe es, die Spiegelbilder des Waldes zu fotografieren. Und wenn um die Wasserpfützen buntes Herbstlauf liegt, bekommen die Bilder nochmal ein ganz neues Flair.

Nicht zu vernachlässigen ist die Welt der Pilze. Neben braunen Steinpilzen gibt es Pilze in allen erdenklichen Formen und Farben. Weiß, rot, orange, lila. Wenn du ein wenig die Augen aufmachst, wirst du sehen, dass sich nicht nur die Bäume bunt verfärben, sondern auch am Waldboden die tollsten Farben zu finden sind.

Herbstliche Waldfotos – Sieh hinauf

Mit einem Weitwinkelobjektiv ausgestattet kannst du im Herbst auch tolle Bilder von Baumkronen machen. Diese Art der Fotografie beschränkt sich war nicht auf den Herbst, aber wenn verschiedene Baumarten nebeneinanderstehen und die Blätter bunt leuchten, bekommst du einfach die schönsten Bilder.

Sonnenstrahlen fotografieren im Herbst

Ein weiteres Motiv, dass zwar das ganze Jahr über möglich ist, aber im Herbst die tollsten Ergebnisse liefert: Sonnenstrahlen im Wald fotografieren. Wenn das Morgenlicht durch das rote, gelbe und orangene Laub fällt, strahlen sowohl die Sonnenstrahlen als auch das Laub noch viel mehr.

Ich hoffe, dir haben die Tipps gefallen und du hast die eine oder andere Idee bekommen, was du im Herbst alles fotografieren kannst. Die nächsten Wochen werden wieder sehr aufregend, denn die ersten Blätter beginnen sich schon zu verfärben. Das bedeutet, ich werde wieder auf viele Fototouren gehen und dir hoffentlich eine Menge Bilder zeigen können!

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Falls du Hilfe brauchst bei deiner Waldfotografie, dann habe ich genau die richtige Lösung für dich: Ein Coaching bei mir. Ich biete Einzelcoachings und Kleingruppencoachings an. Wahlweise kannst du dabei die Grundlagen deiner Kamera und der Fotografie im Allgemeinen erleneren oder dich mit mir auf die Waldfotografie konzentrieren. Mehr dazu findest du unter Workshops. Und wenn du weiterhin über Neue Blogbeiträge und Neuigkeiten rund um meine Workshops und den Blog informiert werden willst, dann trage dich einfach in den Newsletter ein.

Der größte Fehler, den du machen kannst

Sonntag, mitten in der Nacht, 3 Uhr. Ich bin wach und fühle mich, als ob ich Bäume ausreißen könnte. Aber es ist mitten in der Nacht. Bis zum Sonnenaufgang sind es noch mehr als drei Stunden. Also gehe ich auf die Couch und lese ein wenig und plane meine Fototour. Es ist Nebel angekündigt, darauf warte ich schon ewig! Schlussendlich schlafe ich doch nochmal ein, bis mich um 5:30 der Wecker unsanft aus einem wirren Traum reißt.


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Ein Blick aus dem Fenster und ich bin wach. Nebel, schönster, dichter Nebel! Die Frage, ob ich nicht besser weiterschlafen soll, stellt sich gar nicht mehr. Meine Akkus sind geladen, die Speicherkarte ist geleert. Noch schnell etwas zu Essen und Trinken einpacken und dann kann es auch schon losgehen.

Durch dichten Nebel geht es den Berg rauf, von dort will ich mein erstes Foto machen. So ein Mist, mein Stativ steht noch zu Hause! Also wieder nach Hause, Stativ holen und wieder zurück. Was erst ärgerlich klingt, war ein riesen Glück. Das Licht war schon viel besser und diese wunderschönen Fotos sind entstanden.

Überall Nebel – nur nicht im Wald!

Ich habe entschieden, in Baltmannsweiler in den Wald zu gehen. Hier stehen viele alte Buchen und einige Eichen, die wunderschöne Fotomotive darstellen. Nur ein Problem gibt es: Es gibt keinen Nebel. Die Apfelbäume auf der Wiese neben dem Wanderparkplatz stehen in dichtem Nebel. Aber der Waldweg ist klar wie ein geschliffener Diamant. Keine Nebelschwade weit und breit.

Egal, ich entscheide mich dafür, ein wenig durch den Wald zu laufen. Es gibt viele Forstwirschaftswege und kleine Waldwege, die vom Hauptweg abgehen. Hier wird sich doch sicher ein schönes Fotomotiv finden lassen?

Naja, irgendwie nicht. Das Licht ist nicht schön, es gibt keinen Nebel, nicht einmal schöne Pilze sind zu sehen. Entweder abgefressen oder halb vergammelt. Das war wohl nichts. Etwas frustriert lege ich eine kleine Frühstückspause ein und entscheide, dass ich besser zu Auto zurück gehe und woanders hinfahre.

Baltmannsweiler (9)
Spoiler: Später gab es doch noch Nebel!

Waldfotografie – Beinahe hätte ich einen Fehler gemacht

Beinahe hätte ich den größten Fehler gemacht, den man in der Waldfotografie überhaupt machen kann. Neben Speicherkarte und Ersatzakku vergessen. Ich gehe nicht auf direktem Weg wieder zurück, sondern den Weg weiter, der mich zum Hauptweg führen wird. Was ein Glück! Denn nur kurz nach meiner Pause, wenige Meter weiter durch den Wald ist er da, der Nebel!

Zuerst noch zaghaft, ziehen schon bald immer dickere Nebelschwaden durch die Bäume und tauchen alles in ein mystisches Licht. Was bin ich froh, dass ich nicht sofort zurück bin, sondern eine Pause eingelegt habe und doch noch den etwas längeren Weg gegangen bin.

 

Auf dem Weg zum Hauptpfad finde ich dann wirklich schöne Motive. Diese alte Eiche hat es mir ganz besonders angetan. Stolz steht sie da, zwischen den Buchen. So als ob sie die Erinnerung an den König aufrechterhalten will. Ein geduldiges Model, das sich von mir ablichten lässt.

Baltmannsweiler (4)

Weiter geht es zu den Schlösslesseen, die ebenfalls im Nebel liegen. Auch hier gelingen mir einige wirklich schöne Aufnahmen. Ich bin froh, dass ich hier bin und den Nebel ausnutzen kann.

Baltmannsweiler (13)

Auf dem Rückweg, der über den kleinen Pfad zum König führt, ist leider kaum noch Nebel da. Der Pfad liegt etwas tiefer als der Hauptweg. Zum Glück wabern noch einige Wolken durch die höher gelegenen Bäume. Hier kam dann sogar noch etwas Sonne dazu, was zu wirklich schönen Aufnahmen geführt hat.

Baltmannsweiler (15)
Baltmannsweiler (17)

Ein kleiner Baum hat meinen Blick gefesselt. Ich bin noch ein Stück näher ran, habe einige Bilder gemacht und dann eine zweite Frühstückspause eingelegt. Doch kaum habe ich mich auf dem alten Baumstumpf niedergelassen und etwas getrunken, sah ich ein Leuchten in meinen Augenwinkeln. Sofort bin ich aufgesprungen und habe die kurze Zeit genutzt, in der die Sonnenstrahlen durch den Nebel traten und das Bäumchen wie mit einem Scheinwerfer erleuchtet haben. Für solche Morgende lohnt sich das frühe Aufstehen dorch wirklich!

Baltmannsweiler (18)

Waldfotografie – Der größte Fehler, den du machen kannst

So, und was ist nun dieser Fehler von dem ich gesprochen habe? Der größte Fehler, den du machen kannst, ist kurzfristig deinen Plan umwerfen. Panisch von einem Ort zum anderen hetzen, weil du nicht sofort die Bedingungen vorfindest, die du dir erhofft hast. FOMO nennt man das, fear of missing out. Also Angst, etwas zu verpassen.

Aber das führt schlussendlich zu genau dem Gegenteil. Du wirst das beste verpassen, wenn du von einem Ort zum nächsten hetzt. Rein in den Wald, raus aus dem Wald, rein ins Auto, raus aus dem Auto, rein in den Wald und alles ist vorbei. 

 

Glaub mir, ich war da! Nicht heute, aber oft genug. Hier ist kein Nebel, keine Sonne, ich versuch es in dem Waldstück, das 20 Minuten entfernt liegt, drüben auf dem gegenüberliegenden Berg. Kaum dort angekommen, zog an meinem Ursprungsort schönster Nebel auf. Unzählige Male habe ich es schon erlebt.

Wenn du dich für ein Waldstück oder einen spezifischen Ort entschieden hast, dann bleibe dabei. Manchmal wird sich an den Bedingungen nichts mehr ändern, aber oft genug wird deine Geduld sich auszahlen.

Welche Fehler sind dir schon unterlaufen und welche findest du besonders gravierend? Berichte mir doch davon in einem Kommentar. Übrigens, wenn du meinen Newsletter abonnierst, bekommst du nicht nur Neuigkeiten von mir direkt in dein Postfach, du nimmst auch automatisch an meinen Gewinnspielen teil!

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Allzeit bestes Licht,

 

wünscht dir deine Tanja

Waldfotografie im Sommer – Tipps und ein Waldspaziergang am Morgen

Der Sommer ist für die meisten Landschaftsfotografen die am wenigsten interessante Jahreszeit. Und auch ich finde die Monate Juli und August am unfotogensten. Es wird früh hell, spät dunkel und dazu ist die Natur irgendwie in einem Zwischenstadium. Die Frühlingsblumen sind verblüht, das frische Grün ist mittlerweile satter und dunkler, aber die Herbstfarben lassen noch auf sich warten. Dazu macht mich die Hitze eher träge. Du hast es sicher gemerkt, das sind alles Ausreden, wieso man am Wochenende doch ausschlafen sollte anstatt das einzig richtige zu tun: Sich der Waldfotografie im Sommer zu widmen.

Also Schluss mit den Ausreden. Das Wetter war gut, kein Sturm, Regen oder Gewitter war angesagt. Und meine innere Uhr wirft mich ohnehin auch am Wochenende gerne um 5 Uhr aus dem Bett. Und so sind an diesem sonnigen Morgen einige wunderschöne Fotos entstanden, die euch dir heute zeigen will.


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Waldfotografie im Sommer – eine besondere Herausforderung

Waldfotografie im Sommer war schon immer eine Herausforderung für mich. Es ist mir immer schwergefallen, schöne Motive zu finden. Die Blätter der Bäume sind nicht mehr so frisch wie im Frühling, das Licht ist auch nur früh morgens und spät abends wirklich schön. Frühlingsblumen blühen fast nur im Frühling, Pilze sind dagegen noch eher rar.

Aber wenn man seine Aigen öffnet, dann findet man sogar direkt am Wegesrand viele schöne Motive. Die Waldfotografie im Sommer muss also nicht automatisch langweilig sein. Alles was du brauchst sind ein Wecker und Motivation, etwas früher aufzustehen.

Waldfotografie im Sommer – Motive gibt es überall

Einige wenige Blumen blühen noch immer am Wegesrand. Wie zum Beispiel diese Glockenblumen. Ich habe verschiedene Belichtungen ausprobiert. Sehr hell und sehr dunkel. Aber mir gefällt dieser leichte moody look bei diesem Motiv doch besser, als die hellen Bilder. Und was denkst du?

Canon EOS R mit Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/13sek, F4,0, ISO 100, 105mm
0,8 sek, F4,0, ISO 100, 105mm

Die Sonne stand zur richtigen Zeit im richtigen Winkel. Einige goldene Sonnenstrahlen fielen durch die Blätter. Es ist schon faszinierend zu sehen, wie schnell sich das Licht verändert. Und was eine leichte Positionsveränderung der Kamera ausmachen kann. Zischen den folgenden Bildern liegen nur 20 Minuten. Und nur wenige Meter, die ich den Weg weiter hinaufgelaufen bin. Aber was noch aufregender war, waren die einzelnen Stellen, die vom Licht erleuchtet wurden und beinahe golden glühten.

Tamron 70-300mm - 1/10sek, f7,1, Belichtungskorrektur -1 2/3, 161mm, ISO 100
Tamron 70-300mm - 1/8 sek, f9.0, -1 Belichtungskorrektur, 124mm, ISO 100
Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/40sek, F8.0, -1 Belichtungskorrektor, ISO 100, 105mm

Vor einigen Wochen ist mir eine Aufnahme gelungen, bei der ein Vergissmeinnicht nur als Kontur erkennbar war. Ich hatte gehofft, ein ähnliches Foto mit einem anderen Motiv erstellen zu können. Leider ist mir das nicht gelungen, aber es sind dennoch einige wirklich schöne Gegenlichtbilder gelungen.

Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/320sek, F4.0, -1 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm
Sigma 105 f/2.8 Makroobjektiv - 1/2500sek, F2.8, 2/3 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm

Ein kleines Frühstück habe ich auch gefunden! Herrlich süße Himbeeren, die direkt am Wegesrand wuchsen. Die Himbeeren waren genau so süß, wie sie auf dem Bild aussehen! Leider war der Strauch sehr klein und es wuchsen nur vier oder fünf Himbeeren. Aber wer hätte diesem Anblick wiederstehen können?

Sigma 105 f/2.8 Makroobjektiv - 1/80sek, F2.8,-1 1/3 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm

Waldfotografie im Sommer – ändere deine Perspektive

Mittlerweile stand die Sonne auch schon etwas höher. Aber auch dann lassen sich noch spannende Fotos machen. Ein Blick nach oben eröffnet ganz neue Perspektiven. Und darum geht es in der Fotografie ja auch, Perspektive. Mit meinem Weitwinkelobjektiv wirkt der Blick von unten in die Baumkronen gleich viel beeindruckender als mit einem Standardobjektiv.

Canon EF 10-18mm f4.5-5.6 IS STM - 1/40sek, f11, 10mm, ISO 100

Details dagegen lassen sich doch besser mit meinem 24-105mm Objektiv oder sogar einem Teleobjektiv darstellen. Dafür lohnt es sich immer, einen Blick in die Bäume zu werfen. Denn manchmal ist nicht der Baum als ganzes das interessanteste Motiv, sondern seine Äste oder Rinde. In diesem Fall schien es so, als ob zwei dunkle Äste die beiden helleren einrahmen würden.

Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/8sek, F9.0, -1 Belichtungskorrektur, ISO 100, 73mm

Doch irgendwann wurde es Zeit für den Rückweg. Vor allem, weil ich mich kenne und weiß, dass ich bei jedem interessanten Motiv stehen bleibe. Und tatsächlich gab es noch die eine oder andere Gelegenheit, stehen zu bleiben. Ganz besonders ins Auge gefallen ist mir dieser blattlose Baum. Vom warmen Sonnenlicht beleuchtet stand er da. Und nach kurzer Zeit viel noch ein Lichtstrahl auf den weiter hinten stehenden Baum. So schien es, als würden die beiden Baumstämme leuchten, während um sie herum die Blätter noch im Schatten lagen.

Canon EF 24-105 f4L IS USM - 1/10sek, F9.0, -1 2/3 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm Fotostack aus zwei Einzelbildern

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So gelingt deine Waldfotografie im Sommer

Wenn du dramatische Fotos auch im Sommer schießen willst, musst du entsprechend früh im Wald sein. In den letzten Monaten bin ich oft zum Sonnenaufgang im Wald gewesen. Das ist wirklich früh. Bei uns sind die Wälder allerdings sehr bergig und das Licht somit 1-3 Stunden nach Sonnenaufgang am schönsten. Finde für deinen Wald heraus, wann das Licht am besten ist und stelle dir das nächste Mal den Wecker entsprechend früh (oder spät).

Dreh dich öfter um! Das Licht verändert sich innerhalb von Sekunden. Ein Motiv, das gerade noch im Schatten lag, kann jetzt schon von der Sonne erhellt sein und umgekehrt.

Canon EF 24-105 f/4L IS USM - 1/13sek, F8.0, -1 Belichtungskorrektur, ISO 100, 105mm

Und wenn alle Stricke reißen, dann nutze die Gelegenheit und erkunde neue Wälder. Finde Stellen, die du bei Regen oder im Herbst oder Winter wieder besuchen willst und probe deine Komposition. Am Computer siehst du dann, ob deine Idee wirklich funktioniert oder ob du eventuell störende Äste oder Bäume übersehen hast.

Willst du mehr Tipps rund um die Waldfotografie? Dann trage dich direkt in den Newsletter ein. Du nimmst automatisch am nächsten Gewinnspiel teil und bekommst von Zeit zu Zeit eine Mail mit Fototipps, die so nicht auf meinem Blog zu finden sind.

Ab September 2021 kannst du bei mir auch in Workshops in ganz kleinen Gruppen mehr über die Waldfotografie lernen. Falls du noch gar keine Erfahrung hast, aber das Fotografieren ausprobieren willst oder die Grundlagen der Fotografie lernen willst, dann habe ich ebenfalls die richtigen Workshops für dich im Angebot. Bei Fragen schicke mir dazu einfach eine Nachricht!

Allzeit bestes Licht wünscht

Deine Tanja

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Woodlandphotography – Diese Ausrüstung für deine Waldfotografie brauchst du

„Wenn man so ganz alleine im Wald steht, begreift man nur sehr schwer, wozu man in Büros und Kinos geht. Und plötzlich will man alles das nicht mehr“ soll Erich Kästner gesagt haben. Dem stimme ich voll und ganz zu! Wie viele Stunden hast du schon mit deiner Kamera im Wald verbracht und die Ruhe genossen?

Wenn du schon einmal im Wald fotografiert hast, hast du aber sicher gemerkt, dass es selbst bei strahlendem Sonnenschein sehr dunkel sein kann. Deshalb ist deine Ausrüstung für die Waldfotografie sehr wichtig.

Ja, es wird oft gesagt, die Ausrüstung ist egal. Man kann mit jeder Kamera gut Bilder machen. Das ist im Grundsatz auch richtig. Wenn du keine Ahnung von Bildaufbau und Komposition hast, bringt dir die teuerste Ausrüstung nichts. Was nicht heißt, dass du mit deinem Handy genau die gleichen Bilder machen kannst wie mit einer richtigen Kamera.


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Ausrüstung für Waldfotografie - Die Kamera

Normalerweise sagt man ja, dass die Objektive wichtiger sind als die Kamera. Für die Waldfotografie ist das aber nicht unbedingt zu 100% richtig. Denn wenn es dunkler ist, kannst du mit drei Möglichkeiten deine Fotos aufhellen. Mit einer großen Blende, mit einer längeren Verschlusszeit oder mit einer höheren ISO. Über den ISO-Wert steuerst du die Lichtempfindlichkeit des Sensors deiner Kamera. Aber, je höher der ISO-Wert eingestellt wird, umso eher kommt es zum so genannten Bildrauschen und zu Detailverlust deiner Bilder.

Und hier liegt auch der Hund begraben. Nicht jede Kamera arbeitet bei jedem ISO-Wert gleich gut. Deshalb solltest du, wenn möglich, eine Kamera wählen, die bei einem möglichst hohen ISO-Wert noch gute Ergebnisse liefert. Das beste Rauschverhalten bieten in der Regel Vollformatkameras. Aber auch meine alte EOS 80d liefert bis ISO 1600 gute Ergebnisse. Erst danach sieht man eine signifikante Verschlechterung der Bildqualität. Bei meiner relativ neuesn Canon EOS R sind die Bilder sogar im höheren ISO-Bereich noch sehr gut.

Es ist auch so, dass du bei einer höheren Megapixelzahl meistens (aber eben nicht immer) auch ein höheres Rauschen hast. Jeder einzelne Punkt auf dem Bildsensor bekommt weniger Licht ab, je höher die Megapixelzahl ist. Hier ist größer nicht uneingeschränkt besser. Wenn du dich für ein oder zwei Modelle entschieden hast, versuche sie möglichst zu vergleichen, insbesondere was das High-Iso-Rauschen betrifft.

Gleichzeitig bedeutet aber eine größere Megapixelzahl auch, dass du größere Ausdrucke machen kannst, ohne dass es zu Qualitätsverlust kommt. Pauschal kann man sagen, dass du eine ideale Druckqualität erhältst, wenn du die Pixelzahl einer Seite des Bildes durch 100 teilst. Bei einem Bild mit 24MP und der Größe 6000×4000 Pixel käme also eine maximale Größe von 100 x 66,7cm heraus. Wenn du größer drucken willst, brauchst du entweder eine Kamera mit mehr Megapixel oder du musst einen leichten Verlust bei der Druckqualität in Kauf nehmen.

Die Wahl deiner Kamera hängt also auch davon ab, ob du planst, deine Bilder auszudrucken oder nur am PC anzuschauen. Und für welchen Hersteller du dich entscheidest, ist eigentlich auch Geschmackssache. Hier gibt es kaum ein Richtig oder Falsch. Denke auch daran, die passende Speicherkarte mitzukaufen!

10mm
Aufgenommen mit einem Canon 10-18mm bei einer Brennweite von 10mm

Objektive für Woodland Fotografen

Der Markt an Objektiven ist unglaublich groß. Neben den großen Kameraherstellern gibt es weitere Firmen, die die passenden Objektive für deine Kamera anbieten. Von billig bis teuer ist alles dabei. Aber wlche Objektive gehören nun in deine AUsrüstung für Waldfotografie?

Viele kaufen ihre erste Kamera mit einem Kit-Objektiv. Das All-Inclusiv-Paket sozusagen. Das ist in meinen Augen auch in Ordnung, wenn du keine großen Ansprüche hast oder das Hobby einfach einmal ausprobieren willst. Aber wenn du dir einmal anschaust, was die Kit-Objektive einzeln oder auch auf dem Gebrauchtmarkt kosten, wirst du sehen, dass sie meistens sehr billig sind. Und entsprechend ist leider oft auch die Qualität.

Für den Anfang empfehle ich mindestens ein Zoomobjektiv von etwa 17-50mm oder 24-70mm. Damit kannst du ziemlich gute Weitwinkelaufnahmen machen oder ein gutes Stück zoomen. Wichtig ist, dass dein Objektiv eine große Blende hat. Am besten nimmst du eines mit Blende f2.8 oder f4. Wenn dir die Originallinsen zu teuer sind, kannst du am Anfang auch gut auf Sigma oder Tamron zurückgreifen. Ich selber fotografiere mit einem Tamron-Objektiv ohne Bildstabilisator. Gebrauchte Objektive bekommst du oft schon für um 200€, manchmal aber sogar für unter 100€. Damit hast du wirklich mehr Freude als mit den meisten Kit-Objektiven!

Neben einem sogenannten Standard-Objektiv gehört auch ein Teleobjektiv zu deiner Grundausstattung. Ob du dich für ein 70-200mm, ein 70-300mm oder gleich ein 150-600mm entscheidest, bleibt dir überlassen. Einige Landscape-Fotografen schwören auch auf das 100-400mm von Canon. Das kostet aktuell aber um 2000€ und ist entsprechend kein Schnäppchen.

Wozu braucht man überhaupt ein Teleobjektiv in der Waldfotografie? Nun ja, genau wie in der Landschaftsfotografie im Allgemeinen kommt es immer vor, dass du nicht alles aufnehmen willst, was du gerade siehst. Manchmal ist es ein Detail im Baum, oder die etwas weiter entfernte Baumgruppe, mit der du das Bild füllen willst. Und nicht immer ist es auch möglich, näher an das Fotomotiv heranzurücken. Deshalb sollte früher oder später auf jeden Fall ein Teleobjektiv zu deiner Ausrüstung für Waldfotografie gehören.

Optional kannst du auch über die Anschaffung eines Makroobjektivs nachdenken. Das ist immer sehr schön, wenn du Details im Wald aufnehmen willst. Baumrinde, Pilze, Strukturen in den Blättern, Tiere, es gibt unzählige Möglichkeiten. Lass dich auch bitte nicht darauf festlegen, dass Landschaftsfotografen keine Makroaufnahmen machen dürfen, weil das eben keine Landschaften sind. Für die meisten Menschen ist die Fotografie ein Hobby. Fotografiere, was dir im Wald .gerade gefällt und nicht, was dir ein Lehrbuch oder ein Guru vorschreibt

Detailaufnahme bei einer Brennweite von 600mm (Sigma 150-600mm C)

Wichtiges Zubehör für die Woodland Fotografie

Deine Ausrüstung für Waldfotografie besteht jedoch nicht nur auch Kamera und Objektiv. Dein wichtigstes Zubehör ist der Kamerarucksack! Im Wald ist es oft nass und matschig. Kaufe dir keine Kameratasche aus Leder! Die sieht sicherlich viel schöner aus, aber wenn du sie einmal in den Dreck gestellt hast, ist sie ruiniert. Deine Kameratasche oder der Rucksack sollten vor allem wasserdicht sein und möglichst wenig wiegen. Der Markt ist voll von Anbietern, die sämtliche Preissegmente abdecken. Von um 20€ bis zu mehreren hundert Euro kannst du hier so ziemlich alles finden.

Meinen aktuellen Rucksack von Beschoi habe ich für rund 50€ auf Amazon gekauft. Er hat ausreichen Stauraum und ist wasserfest. Allerdings ist der Reißverschluss auch außen. Auf Reisen bietet er demnach nicht unbedingt den besten Schutz vor Diebstahl. Und er ist auch deshalb manchmal etwas unpraktisch, weil ich ihn zum Öffnen mitunter auf die Seite legen muss, die ich am Rücken trage. Es gibt mittlerweile auch viele Modelle, deren Öffnung auf der Rückenseite liegt. Sie bieten den besseren Diebstahlschutz und Schutz vor Dreck am Rücken, wenn du dein Objektiv wechseln willst.

Für den Fall, dass dein Objektiv nicht schon mit einer Streulichtblende geliefert wurde, solltest du dir direkt eines kaufen. Denn die Streulichtblende soll verhindern, dass Licht, welches von der Seite einfällt, auf der Linse reflektiert wird. Das kann dann leider zu Lens Flares führen. Zwar gibt es durchaus Situationen, wo die Lens Flares gewollt sein können, meistens aber sind sie doch eher störend. Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass deine Streulichtblende dein Objektiv bei einem Sturz auf ebenwelches durchaus schützen kann. In manchen Fällen sogar besser als ein UV-Filter. Denn wenn der splittert kann er immer noch die Linse verkratzen.

Wie nun schon öfter erwähnt ist es im Wald oft dunkel. Wenn du einen niedrigen ISO-Wert und eine kleine Blende für mehr Tiefenschärfe einstellen willst, kommst du schnell an den Punkt, wo du deine Kamera nicht mehr lange genug still in der Hand halten kannst. Dann ist ein Stativ notwendig.

Wasserfall
Ohne Stativ geht bei schlechtem Licht nicht viel

Auch hier gilt, es gibt alles von billig bis hin zu exorbitant teuer. Falls du, wie ich, noch nicht bereit bist, mehrere hundert Euro für ein Stativ und den passenden Kugelkopf auszugeben, findest du trotzdem stabile Stative, die eben kein Vermögen kosten. Achte nur darauf, dass es nicht zu leicht ist, denn dann hast du doch oft zu viele Vibrationen und deine Bilder werden unscharf.

Ich selber besitze seit kurzem das K&F Concept TM2324 Kamerastativ. Das ist günstig und leicht und erfüllt für mich seinen Zweck voll und ganz. Es kommt direkt mit Kugelkopf und einer Tasche. Die Verarbeitung ist ebenfalls sehr gut. Die Verschlüsse lassen sich leicht öffnen und schließen und die Beine total easy einstellen. Du kannst es bei Amazon bestellen oder direkt über die Seite des Herstellers. Dort ist es zwar günstiger, wird aber aus China verschickt und du musst unter Umständen bis zu drei Wochen auf deine Ware warten.

 

Die meisten Kamera haben mittlerweile einen eingebauten Timer für verzögertes Auslösen. Falls du eine Kamera besitzt, bei der das nicht der Fall ist, brauchst du einen Fernauslöser. Der ist vor allem für längere Belichtungszeiten essentiell, da beim Drücken des Auslöseknopfes auch die Kamera bewegt wird. Mit der verzögerten oder externen Auslösung verhinderst du, dass Mikrovibrationen dein Bild ruinieren.

ND-Filter
Langzeitbelichtung mit einem ND-Filter

Optionale Ausrüstung für Waldfotografie

Mit einer Kamera, 1-2 guten Objektiven und einem Stativ bist du im Grunde bereit, loszulegen. In manchen Situationen reicht die Basisausstattung jedoch nicht aus. Falls du noch Budget übrig hast, kann ich dir das nachfolgende optionale Zubehör empfehlen:

Polarisationsfilter. Mit einem POL-Filter kannst du Spiegelungen, zum Beispiel bei Regen oder auf Wasseroberflächen eines Sees oder ähnlichem stark reduzieren. Außerdem hilft der Pol-Filter, die Farben kräftiger darzustellen.

ND-Filter bzw. Graufilter. Mit ND-Filtern verringerst du das einfallende Licht und kannst dein Bild länger belichten. Das wird hauptsächlich bei fließendem Wasser eingesetzt. Aber auch wenn du bei Wind beispielsweise sich bewegende Äste oder Kornfelder oder vorbeiziehende Wolken verschwommen aufnehmen willst, kann dir ein Graufilter helfen.

Blitzlicht: Vor allem in der Makrofotografie kann dir ein externer Blitz große Dienste erweisen. Aber ob du ihn unbedingt brauchst, um einen Pilz im Wald oder Baumrinde zu fotografieren oder ob du dazu nicht einfach das zu fotografierende Objekt mit einem (Handy)Licht anleuchtest, bleibt dir überlassen. Bei sich schnell bewegenden Motiven, wie Insekten hingegen kann er sehr hilfreich sein, um eine möglichst kurze Verschlusszeit zu erreichen. Persönlich habe ich nur eine LED-Leuchte im Rucksack, die ich aber so gut wie nie benutze.

Tarnnetz oder Tarnzelt: Falls du am oder im Wald Tiere fotografieren willst, kannst du dir auch ein Tarnnetz oder ein Tarnzelt zulegen. Für reine Landschafts- und Waldfotos ist das aber absolut nicht nötig. Zumindest habe ich bei mir noch keine scheuen Bäume gesehen, die sich vor einem Fotografen verstecken.

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Wichtig: Die richtige Kleidung im Wald

Um erfolgreich Landschaften oder Wälder zu fotografieren, bedarf es neben der passenden Kameraausrüstung auch der passenden Kleidung! Mit kurzen Hosen und Sandalen in den Wald zu gehen mag verlockend klingen. Vor allem für Mücken und Zecken. Damit du nicht für diverse Insekten als Frühstück endest, brauchst du eine lange Hose und festes, wasserdichtes Schuhwerk.

Ich habe mir meine Klamotten bei Decathlon gekauft. Eine leichte braune Hose für die wärmeren Monate und eine grüne wasserfeste Hose für die kühleren und nassen Tage, die ich einfach über der Jenas trage. Dazu eine grüne Regenjacke. Falls du auch einen Decathlon um die Ecke hast, schau einfach in der Jagt- oder Angelabteilung. Da kommst du für den Anfang auch recht günstig weg.

Am wichtigsten: Zeit

Auch wenn du die tollste Ausrüstung kaufst und die chicsten Klamotten, wenn du dir nicht die Zeit und Ruhe nimmst zum Fotografieren, dann bringt das alles nichts. Deshalb ist für mich der wichtigste Punkt: Nimm dir Zeit. Nichts ist schlimmer als unter Zeitdruck in den Wald zu rennen und nach 45 Minuten wieder abdampfen zu müssen.

Genieße die Ruhe ohne andauernd auf die Uhr zu schauen. Mich stresst es jedenfalls sehr, wenn ich mir immer im Hinterkopf habe, dass ich nur noch zwei, eineinhalb oder eine Stunde Zeit habe.

Ich hoffe, dir hat dieser Guide geholfen, etwas mehr über die essentielle Ausrüstung für deine Woodland Fotografie zu erfahren. Wie immer in der Fotografie gilt auch hier, es gibt kein richtig oder falsch. Die Kameramarke oder die Anzahl der Objektive machen dich nicht zum Profi. Mach dich nicht verrückt, wenn du nur begrenztes Budget hast. Nutze das, was du hast. Geh raus in den Wald und genieße es. Viel wichtiger ist doch, dass du lernst, das beste mit dem zu machen, das du zur Verfügung hast.

Für mehr Tipps zur Woodland Fotografie, Bildbesprechungen und Geschichten aus dem Wald, trage dich in meinen Newsletter ein oder folge mir auf Instagram.

Allzeit bestes Licht wünscht dir

Deine Tanja

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Waldfotografie: Mäuse fotografieren – so lichtest du die kleinen Nager ab

Der Frühling ist da! Und mit ihm ist das Leben in den Wald zurückgekehrt. Überall raschelt und knistert es. Die kleinen possierlichen Rötelmäuse sind die Verursacher! Klein und flink ist es anfangs gar nicht so einfach sie zu entdecken oder gar zu fotografieren.


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Waldtiere fotografieren – Mäuse

Doch mit etwas Geduld und der passenden Ausrüstung ist es dann doch gar nicht mehr ganz so schwer, die kleinen Nager vor die Linse zu bekommen. Aber zunächst musst die kleine Rötelmaus erst einmal entdecken. Das ist anfangs nicht so leicht, da sie sich schnell unter Ästen, Blättern oder in ihrem Loch versteckt, sobald sich ihnen etwas oder jemand nähert.

Wo fotografierst du Rötelmäuse am besten?

Kleine Löcher im Boden, unter Ästen und Steinen oder an Baumstämmen und -Wurzeln verraten, dass hier Mäuse leben. Zum Fotografieren eignet sich am besten eine Stelle an einem kaum benutzen Waldweg oder wenige Meter neben dem Weg.

Damit du die Mäuse auch optisch ansprechend ablichten kannst, sollte das Habitat auch „etwas hermachen“. Platter Waldboden ist ein wenig langweilig. Ein paar Wurzeln, Gräser oder Moos peppen das Bild gleich auf, auch wenn das Hauptaugenmerk natürlich auf der Maus liegen soll.

Idealerweise liegt die Stelle aber nicht vollständig im Schatten. Die kleinen Nager sind sehr flink und je dunkler es ist, um so schwieriger wird es, sie akzeptabel abzulichten. Aber dazu später mehr.

Die Maus sitzt im Schatten und das Drumherum ist wenig ansprechend - ein Beispiel, wie du die Maus nicht gut in Szene setzt

Mäuse im Wald fotografieren – die Ausrüstung

Die passende Location ist gefunden, Mäuse sind auch da. Aber mit dem Handy gelingt dir einfach kein Bild. Die richtige Ausrüstung muss her. Doch was genau brauchst du überhaupt?

Wie überall, wo du wilde Tiere fotografieren willst, ist das Zauberwort „Teleobjektiv“. Ob du mit einem 70-200mm auskommst oder dich, wie ich, für ein Objektiv mit Brennweite 150-600mm oder etwas dazwischen entscheidest, hängst sehr stark von den örtlichen Gegebenheiten, deinem Budget, deinen Vorlieben und dem Willen, eine schwere Ausrüstung zu tragen, ab. Denn so ein großes Objektiv wiegt nicht gerade wenig. Dazu kommt, dass du bei einer großen Brennweite fast immer die Unterstützung eines Stativs benötigst.

Wenn ich Mäuse oder auch Vögel, also kleine Tiere, die sich mitunter recht schnell bewegen, fotografiere, dann immer mit Stativ. Als Faustregel sagt man, die maximale Belichtungsdauert für freihändiges fotografieren liegt beim Kehrwert der Brennweite. Bei meinem Sigma 150-600mm Contemporary wären das also etwa 1/600s.

Nun bin ich aber etwas tatterig und schaffe es nur selten, die Kamera wirklich ruhig zu halten. Deshalb setze ich sie auf mein Stativ auf und löse die Feststellschraube vom Kugelkopf. Somit kann ich die Kamera relativ frei bewegen, ohne dass ich zu stark verwackel. Natürlich ist diese Lösung noch immer nicht ideal (ideal wären eine unbewegliche Maus und ein festgeschraubter Kugelkopf), aber sie erfüllt ihren Zweck. Übrigens lasse ich den Stabilisator dennoch eingeschaltet, denn eine Restbewegung ist immer noch vorhanden.

Die richtigen Kameraeinstellungen um Mäuse zu fotografieren

Nun mag der erfahrenere Fotograf ja sagen, 1/600sek für rennende Mäuse? Das ist schon viel zu langsam. Und auch für Insekten im Flug oder Vögel ist diese Aussage grundsätzlich richtig. Bei den im Wald herrschenden Lichtverhältnissen bleibt dann oft nur, eine große Blende zu verwenden. Leider hat mein Sigma-Objektiv eine maximale Blende von f6,3 bei 600mm (bei 150mm immerhin f5,6).

Kurze Verschlusszeiten mit diesen Einstellungen

Um dennoch eine möglichst kurze Verschlusszeit zu erreichen, muss in diesem Fall der ISO -Wert hoch eingestellt werden. ISO 800-1600 sind vermutlich das absolute Minimum. Je nach Kamera kannst du auch über ISO 1600 gehen, wenn das Bildrauschen dann für dich noch akzeptabel ist.

Solange die Maus still sitzen bleibt, ist es natürlich völlig OK, einen niedrigeren ISO-Wert zu verwenden. Aber sei gewarnt, besonders viele gute Bilder wirst du so vermutlich nicht bekommen. Denn die Mäuse bleiben nicht lange an einem Ort und flitzen auf der Suche nach Futter oder Schutz sehr viel hin und her.

Sofern du mit einem teuren Objektiv mit größerer Blende fotografierst, darfst du aber nicht vergessen, dass der Schärfebereich bei Blende f2,8 oder f4 geringer ist als bei f6,3. Es wird also weniger von der Maus scharf gestellt. Da ich selber kein solches Objektiv besitze, kann ich dir an dieser Stelle nur raten, auszuprobieren, ob du mit einer so großen Blende wirklich Erfolge erzielst, oder ob du besser abblenden und die ISO erhöhen solltest.

Ich nutze die Einstellung AV an meiner Kamera, das bedeutet, ich gebe die Blende vor und die Kamera berechnet die ideale Belichtungszeit. Du kannst natürlich auch alles manuell einstellen. Aber mir fehlt die Zeit, nach jedem Foto alles zu korrigieren. Deshalb vertraue ich auf meine Kamera. Und in den meisten Fällen werde ich auch nicht enttäuscht.

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Richtig fokussieren

Fokussierst du immer manuell oder benutzt du – wie ich – den Autofokus? OK, ich gebe es zu, ich nutze fast immer den Autofokus. Ich habe eine leichte Sehschwäche auf einem Auge, gerade leicht genug, um immer minimal unscharf zu fokussieren. Meine relativ neue Canon EOS R hilft mir jetzt und zeigt mir auf dem Display an, ob mein gewähltes Motiv scharf oder unscharf ist.

Allerdings sind mir die Mäuse viel zu schnell. Deshalb verlasse ich mich hier auf meine Kamera. Es muss alles recht schnell gehen, so lange einer der putzigen Nager mal stillhält. Je schneller der Autofokus deines Objektivs ist, umso besser.

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Stelle deine Kamera unbedingt auf einen festen Fokuspunkt ein. Ob du den mittigsten wählst oder einen weiter am Rand, ist dir überlassen. Hauptsache du schränkst den Bereich ein, in dem deine Kamera scharf stellt, um nicht am Ende alles scharf zu haben, außer der Maus.

Bildbearbeitung

Viele sagen, sie bearbeiten ihre Bilder nicht. Aber oft wird dadurch unglaubliches Potential verschenkt! Fast alle wirklich erfolgreichen Fotografen haben es verstanden, dass immer eine gewisse Nachbearbeitung notwendig ist. Damit meine ich keine stundenlange Retusche in Photoshop!

Ich rede hier eher von subtilen Anpassungen. Die dunklen Tiefen etwas erhöhen, Lichter abdunkeln, leicht nachschärfen und den Bildzuschnitt verändern kann aus einem mittelmäßigen Bild durchaus ein gutes machen. Je weiter weg und kleiner dein Motiv ist um so eher muss der Bildausschnitt beschränkt werden.

Sieh dir einmal die folgenden Bilder an. Einmal siehst du das Original und einmal das bearbeitete Bild. Was denkst du, hättest du sie so gelassen, wie sie aus der Kamera kamen oder gefallen dir die nachbearbeiteten Versionen besser?

Bearbeitet
Unbearbeitetes Original
Unbearbeitetes Original
Bearbeitet

Weitere Tipps um Waldtiere zu fotografieren

Rötelmäuse und noch mehr die größeren Waldtiere sind in der Regel sehr scheu und eher selten auf einem Spaziergang zu sehen. Ich hatte leider noch nicht das Glück, eine der wenigen Begegnungen mit Rehen zu fotografieren. Wenn du zum Ziel hast, Waldtiere zu fotografieren, helfen dir vielleicht folgende Tipps weiter.

Achte auf Geräusche und Spuren

Mäusespuren zu finden gestaltet sich eher schwierig. Sie sind so klein und leicht, dass du fast keine Spuren finden wirst. Sie verraten sich eher durch ein Rascheln im Laub. Wenn du etwas stillstehst und abwartest, wirst du schon bald sehen, aus welchen Löchern sie kommen und wo sie verschwinden. Die Mäuse in meinem Wald sind nicht übermäßig scheu. Sobald ich einige Minuten stillstehe, wuscheln sie wieder munter durch die Blätter.

Zum Fotografieren im Wald allgemein, aber besonders von Waldtieren wie Rötelmäusen empfehle ich gedeckte Farben. Am besten trägst du braun oder grün, um nicht durch zu große Farbkontraste aufzufallen. Ich trage immer meine grüne Jägersregenhose über der Jeans. Zum einen bin ich so etwas getarnt und zum anderen wird meine Jeans nicht dreckig. Ich musste schon mehrfach schmunzeln, als mich Spaziergänger erst sehr spät entdeckt und oft sehr erschrocken haben, dass da jemand 1,5m neben dem Weg im Gebüsch steht.

Viele Tiere haben feste Reviere, in denen sie unterwegs sind. Spuren im Schnee oder auf matschigen Waldwegen verraten sie. In den frühen Morgenstunden und manchmal auch tagsüber kannst du an solchen Stellen Glück haben und Rehe, Hasen oder Füchse sehen. Noch größer wird die Chance, wenn du ein Tarnzelt oder Tarnnetz hast. Dann bist du für die Tiere noch schlechter zu sehen und deine Chancen steigen.

Gerade für die großen Objektive von Sigma oder Tamron gibt es auch einen „Tarnanzug“. Ich habe ihn schon zum Objektiv dazu bekommen, aber es ist in jedem Fall empfehlenswert, über die Anschaffung nachzudenken, wenn du auch Waldtiere fotografieren möchtest.

Ich hoffe dir haben meine Tipps gefallen. Ab Juni wird es einen regelmäßigen Newsletter mit weiteren Tipps und Neuigkeiten exklusiv für Newsletterabonnementen geben. Deshalb trage dich am besten sofort in den Newsletter ein! Vergiss nicht, den Beitrag mit deinen Freunden zu teilen!

Allzeit bestes Licht wünscht dir

Deine Tanja

Sonnenstrahlen fotografieren im Wald mit diesem simplen Trick

Fang die Sonnenstrahlen ein!

Im Wald zu fotografieren, finde ich ausgesprochen schwierig. Und das, obwohl ich nun wirklich viel Erfahrung im Umgang mit der Kamera gesammelt habe in den letzten Jahren. Aber vor lauter Bäumen scheint es im Wald ganz besonders schwer zu sein, das auf die Speicherkarte zu bannen, was einen im Wald begeistert. Allzu oft war ich reichlich enttäuscht, wenn ich mit nach einem Waldspaziergang zu Hause angeschaut habe, was ich da mit der Kamera produziert habe.


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Über Renate von Trippics

Ich bin Renate und blogge auf www.trippics.de übers Reisen und Fotografieren. Ich freue mich sehr, wenn Du mal vorbeischaust und Dich auf meinem Blog ein bisschen inspirieren lässt.

Ich mag es sehr gerne, im Wald spazieren zu gehen. Ganz besonders dann, wenn die Sonne ihre Strahlen durch die Zweige schickt und ein schönes Spiel aus Licht und Schatten erzeugt. Doch es ist gar nicht so einfach, die Sonnenstrahlen auf dem Foto wirklich deutlich sichtbar zu machen. Dachte ich lange Zeit. Aber dann bekam ich von einem Fotografen einen guten Tipp. Und von da an funktionierte es einwandfrei. Gar kein Problem. Es geht ganz einfach.

Einzige Bedingung ist, dass Du eine Kamera hast, bei der Du die Belichtungskorrektur einstellen kannst. Bei den allermeisten Spiegelreflexkameras ist das genauso der Fall wie bei den meisten spiegellosen Kameras. Nur mit Smartphones oder billigen Kompaktkameras kommst Du wahrscheinlich nicht zum Ziel. Du musst nur die Belichtungskorrektur auf -2 einstellen und ansonsten genauso fotografieren wie sonst.

Die Belichtungskorrektur findest Du bei jeder Kamera ein bisschen woanders. Meist liegt sie aber griffbereit in der Nähe des Auslösers. Bei meiner Nikon zum Beispiel ist es ein mit+/- gekennzeichneter Knopf, den Du drücken und dann am Einstellrad drehen musst. Aber Achtung: Die Belichtungskorrektur bleibt immer auf der letzten Einstellung stehen. Wenn Du die Kamera aus- und irgendwann später wieder einschaltest, dann steht sie weiterhin auf -2 und Deine Bilder werden viel zu dunkel. Also immer nach dem Fotografieren auf 0 zurückstellen. Sonst erlebst Du eine böse Überraschung. Mir ist das anfangs unzählige Male passiert.

Eins ist noch zu beachten: Du musst den Vollautomatikmodus Deiner Kamera verlassen und entweder manuell oder mit einer der Halbautomatiken fotografieren. Notfalls geht es auch mit der Programmautomatik. Ich bevorzuge meistens die Zeitautomatik. Bei vielen Kameras ist sie mit A oder AV gekennzeichnet. Das heißt, Du wählst die Blende am Einstellrad aus. Die Kamera übernimmt die Wahl der passenden Verschlusszeit.

Die Belichtungskorrektur von -2 bewirkt, dass Deine Bilder um zwei Blendenstufen unterbelichtet werden. So kannst Du die gleißend hellen Sonnenstrahlen im relativ dunklen Wald wunderbar betonen und sichtbar machen. Manchmal kommt es vor, dass die dunklen Bildanteile auf dem Foto dadurch zu dunkel werden. Dann musst Du in der Bearbeitung einfach die Tiefen ein bisschen oder auch ein bisschen mehr aufhellen. Das geht in jedem Bildbearbeitungsprogramm mit einem einzigen Schieberegler.

Ich habe solche Fotos am Anfang des Winters zum Beispiel auf der Struffeltroute geschossen. Zehn Kilometer durch die Eifel bei Roetgen, die mich wirklich begeistert haben. Abwechslungsreich und traumhaft schön ist die Landschaft hier. Und für Leute, die gerne in der Natur und speziell im Wald fotografieren, ein echtes Paradies. Schon fast unmittelbar am Parkplatz wirst Du mit einem tollen Ausblick über die Dreilägerbachtalsperre belohnt.

Die eigentliche Struffeltroute führt Dich durch ein Heidegebiet auf mehr als 450 Meter Höhe. Der „Struffeltkopf“ ist eine nicht bewaldete Ebene. Auf Holzstegen kannst Du hier durchs Hochmoor spazieren, ohne nasse Füße zu kriegen. Ich liebe Wasser. Deswegen habe ich mich hier für den Weg entschieden, der immer direkt ein Stückchen oberhalb der Dreilägerbachtalsperre entlangführt. Für mich gibt es einfach nichts Schöneres als am Wasser entlang zu laufen.

Die zwischen 1909 und 1911 erbaute Dreilägerbachtalsperre dient dem Wasserwerk Aachen zur Trinkwasserversorgung. Dementsprechend ist Baden hier verboten. Das macht um diese Jahreszeit natürlich gar nichts.:-) Anfang der 1990er Jahre wurde die Talsperre komplett saniert. Dabei hielt neueste Messtechnik Einzug in das Innere der Staumauer. Man sieht es nicht von außen, aber hier läuft die Trinkwasserversorgung auf dem Stand moderner Technik. Auf mehreren Infotafeln entlang der Strecke kannst Du Dich gut darüber informieren, wie das alles funktioniert.

Ich bin am Ende des Stausees dann auf die eigentliche Struffeltroute eingebogen. Hier kannst Du Dich ganz getrost auf die hervorragende Beschilderung verlassen. Dein Handy kannst Du stecken lassen und Dich ganz und gar auf die tolle Umgebung einlassen. Mich hat die Landschaft komplett begeistert. Zum allerersten Mal habe ich für einen Tag nicht mehr damit gehadert, den aufziehenden Winter wegen Corona diesmal hier in Deutschland statt wie geplant in Neuseeland verbringen zu müssen.

Aber während ich so auf der Struffeltroute entlangspazierte und fotografierte, habe ich das alles zum ersten Mal komplett vergessen. Es war ein sonniger kalter Tag, an dem der deutsche Winter mir sein allerschönstes Gesicht gezeigt hat. Kein Schnee zwar, aber Raureif und tolle Durchblicke hinein in den wunderschönen Wald. Die Landschaft hat mich tatsächlich so richtig aufleben lassen. An einem solchen Tag kann der deutsche Wald mit den neuseeländischen Naturschönheiten auf jeden Fall mithalten. Und das kalte Wetter, das normalerweise wirklich nicht mein Fall ist, trägt dazu sogar bei. Im Sommer wäre die Gegend vielleicht nur halb so schön.

Vielen Dank an Renate von Trippics! Hast du weitere Tipps, wie du Sonnenstrahlen im Wald einfängst? Oder hast du noch fragen oder Bemerkungen? Lasse bitte in jedem Fall einen Kommentar da. Und vergiss nicht, bei Renate auf dem Blog vorbeizuschauen.


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Fototour zu den gefrorenen Wasserfällen im Hörschbachtal

Sibirische Kälte! -14 Grad! Statt im Bett zu liegen habe ich mich am 13. Februar 2021 aufgemacht, einen gefrorenen Wasserfall zu fotografieren. Um möglichst schöne Bilder zu bekommen, mit möglichst wenig Leuten, wollte ich schon vor 8 Uhr da sein. Das hieß aber auch, um 5:30 aufstehen. Am Samstag. Mein Weg sollte mich zu den Hörschbachtal Wasserfällen führen.

Fotografieren bei eisiger Kälter

Ich habe mich gut vorbereitet. Einen Thermosbecher voll heißem Tee eingepackt, eine Kleinigkeit zu essen, Schal, Mütze und Handschuhe. Und den dicken Wintermantel, den ich schon beinahe eingemottet hätte. Ach ja, meine Kamera natürlich auch. Dazu das Stativ und einen Ersatzakku. Leicht sollte es sein, denn ich hatte erst überlegt, auch zum Hinteren Hörschbachtal-Wasserfall zu wandern. Gerade wenn es draußen sehr kalt ist, ist es wichtig, genug Akkus dabei zu haben. Die leeren sich schneller als man gucken kann.

Um kurz vor 8 Uhr geht es los. Vom Parkplatz des Vorderen Wasserfalls im Hörschbachtal aus sind es nur wenige Meter bis zum Bach, der im Wasserfall mündet. Alles voller Schnee. Wunderschön! Die Morgensonne taucht alles in ein bläuliches, kaltes Licht. Eine herrliche Stimmung, die durch die frostige Luft noch verstärkt wird. Weitere Infos zu den Hörschbachtal Wasserfällen inklusive Anreise findest du hier: „Ausflugstipp Wasserfälle im Hörschbachtal

Die kleine Holzbrücke ohne Geländer sieht wenig vertrauenserweckend aus. Zum Glück ist sie aber nicht von Eis überzogen, so dass man sie doch gefahrlos überqueren kann. Tief fallen würde man eh nicht, aber bei -14 Grad wäre das ein kaltes erwachen.

Der Abstieg zum Vorderen Wasserfall hat es in sich. Viel plattgetretener Schnee. Der Weg ist nicht ausgebaut, nur notdürftig durch provisorische Stufen angelegt. Hier muss man wirklich trittsicher sein, um bei den Verhältnissen hinabzusteigen. Aber was tut man nicht alles für schöne Bilder? Außerdem habe ich meine Regenhose übergezogen. Also selbst wenn ich auf dem Popo landen würde, wäre es halb so wild.

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Gefrorener Wasserfall im Hörschbachtal

Langsam klettere ich hinab zum Vorderen Wasserfall. Durch das aufspritzende Wasser ist hier sehr viel Eis. Ich kannte die Hörschbachtal-Wasserfälle nur von einem Ausflug im Mai. Jetzt scheine ich in einer ganz anderen Welt zu sein. Eisiges Blau. Eiszapfen, beinahe so groß wie ich. Auf mein Stativ gestützt schlittere ich das letzte Stück in die Ebene unter dem Wasserfall herab.

Ein weiterer Fotograf ist hier, der den Weg aufs Eis in der Mitte des Baches schon wagt. Gut, ich weiß jetzt, wo das Eis noch zu dünn ist und ich ebenfalls nasse Füße bekommen würde. Aber alles wird gut, in der Mitte ist das Eis so dick, dass es einen Elefanten tragen könnte.

Ich genieße den Blick auf den Wasserfall. So etwas sieht man ja auch nicht alle Tage. Beinahe 5m fällt der vordere Wasserfall über die Stufe. Heute jedoch kommt nur wenig Wasser an, das meiste ist gefroren. Zu Eiszapfen erstarrt.

Nachdem ich genug Bilder vom Wasserfall selber gemacht habe, widme ich mich noch den Eiszapfen. Auch die geben tolle Motive ab. Warte, was ist das? Ein Tropfen! Regelmäßig fällt ein einzelner Tropfen herab. Mein Ehrgeiz ist gepackt. Schnell die Kameraeinstellungen anpassen. ISO 640, 1/50 Sekunde, Dauerfeuer. Mmh ok, das ist natürlich wirklich viel zu langsam um Wasser im Fall einzufrieren.

Nach und nach erhöhe ich auf ISO 1000 und 1/125sec. Aber auch das reicht noch nicht. Mit einer höheren ISO hätte ich sicherlich noch schneller knipsen können. Aber um eine wirklich kurze Verschlusszeit zu erreichen, wäre ein sehr hoher ISO Wert notwendig gewesen. Dann hätte ich noch mehr Details im Bild verloren. Aber auch so sieht es doch sehr cool aus, oder?

Oh, was ist das? Sprühnebel, der auf meinem Objektiv landet. Nicht gut. Langsam fängt es an, einzufrieren. Also wird es Zeit, den Kessel zu verlassen. Etwas beschwerlich ist der Aufstieg schon. Ich mag aber auch nicht ausrutschen, also geht es praktisch im Gänsemarsch nach oben.

Von hier habe ich nochmal einen tollen Blick auf den gefrorenen Wasserfall. Wahnsinn, wie viel Eis da ist! Mittlerweile kommen auch immer mehr Leute. Dabei ist es noch nicht einmal 9 Uhr. Was muss dann hier erst um 11 Uhr für ein Andrang herrschen? Ich mache noch einige Bilder vom Vorderen Hörschbachtal-Wasserfall und von der Brücke.

Und mein Blick fällt auf das vereiste Bachufer. Bevor ich weiter ziehe, schaue ich mir das noch genauer an und finde auch hier einige sehr schöne Motive. Soll ich oder soll ich nicht zum Hinteren Wasserfall laufen? Das Eis auf meiner Linse und die festgefrorenen Beine meines Stativs nehmen mir die Entscheidung ab. Es ist einfach zu kalt. Jetzt noch 45-60 Minuten durch die eisige Kälte wandern? Die Straße ist gesperrt und die Hörschbachtalschlucht aus. Ich müsste also den oberen Wanderweg nehmen.

Dazu neigt sich auch mein Teevorrat dem Ende zu. Eine Stunde in der Kälte haben gereicht. Auch wenn mir einige grandiose Bilder entgehen werden, entscheide ich mich doch dazu, wieder nach Hause zu fahren.

Aber ich komme wieder. Bei der nächsten sibirischen Kälte. Oder im Frühjahr nach einem ausgiebigen Regen, wenn der Wasserfall viel Wasser hat. Ganz sicher!

Hast du schon einmal einen gefrorenen Wasserfall gesehen? Wann und wo war das? Berichte mir davon in einem Kommentar!

 

Allzeit bestes Licht wünscht

 

Tanja

5 Kameraeinstellung für instant bessere Fotos – nicht nur im Wald

Heute wird es etwas technisch. Aber keine Angst, ich versuche, es so unkompliziert wie nur möglich zu halten. Es ist ja wie beim Kochen, du kannst mit einem Messer und einem Topf alles zubereiten. Aber wenn du dein Handwerkszeug kennst und verstehst, wird es viel leichter. Und vor allem besser!

Hier lernst du, wie du mit einfachen Anpassungen im Kameramenü schon erheblich bessere Bilder machen kannst. Denn auch wenn moderne Kamera schon sehr viel können, Gedanken lesen gehört (zum Glück!) noch nicht dazu. Das bedeutet aber, dass du der Kamera durchaus sagen musst, was sie zu tun hat.

Ja, ich bin selber ein sehr großer Freund von Nachbearbeitung. Aber es sollte immer das Ziel sein, das Foto bestmöglich aufzunehmen und so wenig wie möglich nachbearbeiten zu müssen. Das erreichen wir aber nur mit den optimalen Kameraeinstellungen. Doch nicht immer ist die Zeit, alle Einstellungen an jedes Motiv optimal anzupassen. Aus diesem Grund erkläre ich dir, wie ich meine Kamera eingestellt habe, um in den meisten Situationen die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

Doch bevor ich weiter auf die Einstellungen eingehe, erkläre ich dir kurz die verschiedenen Programme an deiner Kamera. Denn auch die sind wichtig für noch schönere Waldfotos.

Die wichtigsten Kameraprogramme kurz erklärt

Programmautomatik

P ist bei den meisten Herstellern die Programmautomatik. Die Kamera errechnet dir hier alles automatisch. Die Blende, Verschlusszeit und Iso gibt die Kamera vor. Du musst nur noch auf den Auslöser drücken. Der wesentliche Unterschied zum Modus „Auto“ (meistens als grüne Kamera dargestellt) ist aber, dass du bei Bedarf kleinere Änderungen vornehmen kannst. Dazu drehst du einfach am Rad, mit dem du die Einstellungen vornimmst.

Bei älteren Modellen war es wohl auch so, dass du in P auch in RAW aufnehmen konntest, im Automatikmodus ging das nicht. Heute kannst du in beiden Varianten in RAW fotografieren. Die Programmautomatik kannst du wählen, wenn du dir keine weiteren Gedanken über die Einstellungen machen willst. Für Schnappschüsse ist die Einstellung ganz OK, aber wenn du wirklich ambitioniert fotografieren willst, dann kannst du getrost vergessen, dass deine Kamera eine Programmautomatik besitzt.

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Aufgenommen in der Programmautomatik

Halbautomatische Programme

Mittlerweile hat jede Kamera auch halbautomatische Programme. Du gibst einen bestimmten Wert (Zeit oder Blende) vor und die Kamera berechnet das passende Äquivalent dazu. Meine Empfehlung für Anfänger ist, sich sofort mit den halbautomatischen Programmen zu befassen. Schon nach kurzer Zeit wirst du die Zusammenhänge zwischen Blende und Belichtungszeit verstehen und kannst dann problemlos auch in den manuellen Modus schalten.

Ich selber nutze aber zu rund 80-90% den halbautomatischen Modus. Bei meiner Canon 80d funktioniert das soweit sehr gut. Selten kommt es vor, dass ich mit einem Ergebnis nicht zufrieden bin. Dann schalte ich auch schon mal in M (manuell).

T/Tv/S: Blendenautomatik oder Zeitvorwahl

S bei Nikon und Tv (Time Value) bedeutet, dass du die Belichtungszeit vorgibst. Deine Kamera berechnet dann automatisch die passende Blende. Die Blendenautomatik benutzt du beispielweise dann, wenn du unbedingt eine lange oder kure Verschlusszeit benötigst. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn du einen Bach im Wald so aufnehmen willst, dass das Wasser „fließend“ aussieht. Oder aber wenn es sehr windig ist und du keine Bewegungsunschärfe im Motiv haben willst, also eine sehr kurze Verschlusszeit benötigst.

Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn du einen Bach fotografieren willst und das Wasser „weich“ aussehen soll. Oder wenn es sehr windig ist und du Verwackelungen vermeiden willst und eine sehr kurze Auslösezeit verwenden willst.

A/Av: Zeitautomatik oder Blendenvorwahl

Die Zeitautomatik ist im Grunde genau das Gegenteil der Blendenautomatik. A steht übrigens für Aperture, also Öffnung. Im Modus A bzw Av bestimmst du, wie weit die Blende des Objektivs geöffnet wird und wie viel Licht auf die Linse fallen soll. Die Kamera berechnet dir dazu, wie lange es dauert, bis das Bild korrekt belichtet ist.

Über die Blendenöffnung bestimmst du, wie viel von deinem Bild scharf sein soll. Bei einer großen Blende (kleine Zahl!) fällt viel Licht ein, aber der Bereich, der scharf wird, ist relativ klein. Bei einer kleinen Blende (große Zahl) ist es genau umgekehrt.

Die Blende 2.8 wurde vorausgewählt, die Belichtungszeit von 1/6sec von der Kamera bestimmt

In der Landschaftsfotografie nutzt du meistens eine kleine Blende, um ausreichend Schärfentiefe zu bekommen. Die meisten Objektive sind bei einer Blende von 8 bis 11 am schärfsten. Das bedeutet aber nicht, dass du nicht auch einmal eine Blende 16 oder gar 22 verwenden kannst. Allerdings verlieren viele Objektive hier wieder an Abbildungsleistung. Möglicherweise gehen dir dann einige Details verloren. Schlimmstenfalls wirkt dein Bild „matschig“. Welche Blendenzahl bei dir die beste Leistung liefert, musst du für jedes Objektiv

M: Manueller Modus

Im „Manuellen Modus“ tut die Kamera genau das, was du ihr sagst. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn du ihr sagst, dass sie 1“ (Sekunde) bei Blende f2.8 belichten soll, dann tut sie es auch. Du bist der Herr über die Kamera und gibst alle Einstellungen vor.

Wann du M benutzt? Am besten immer. Nein, Spaß beiseite. Ich nutze den Manuellen Modus, wenn ich bei einbestimmten Blendenwahl eine bestimmte Belichtungsdauer haben will. Meine persönliche Meinung ist aber, dass man meistens mit AV oder TV in der Waldfotografie auskommt. Du siehst das anders? Dann schreibe mir doch dazu einen Kommentar, wieso du dieser Aussage nicht zustimmst.

Kameraeinstellungen – die Grundlagen

1. Begrenze den maximalen ISO-Wert

Wenn du den ISO-Wert deiner Kamera nicht begrenzt, wird sie in der ISO-Automatik den jeweils besten ISO wert auswählen. In der Woodland Fotografie hast du nur selten bewegte Motive. Von daher hast du in der Regel Zeit, den ISO-Wert passend einzustellen. In der Woodland Fotografie sollte er möglichst klein gehalten werden.

Manchmal aber willst du eine bestimmte Blende und eine bestimmte Zeitvorgabe einstellen. Das ist unter anderem dann der Fall, wenn du Vögel oder andere Waldtiere, die sich schnell bewegen, ablichten willst. Dann kann es notwendig sein, den ISO-Wert zu erhöhen. Entweder du stellst ihn manuell ein oder du lässt die Kamera den idealen ISO-Wert berechnen.

Jede Kamera hat ein anderes Rauschverhalten. Manche Modelle liefern noch bei ISO 3200 sehr gute Qualität, andere sind bei ISO 1000 schon überfordert und dein Bild wird verrauscht. Mit der Begrenzung auf den für deine Kamera noch akzeptablen ISO-Wert verhinderst du, dass du deine Bilder mit zu hohem Rauschen bekommst.

ISO 12800
Rauschreduzierung via Lightroom

2. Belichtungskorrektur anpassen

Je heller ein Bild aufgenommen wird, umso mehr Informationen beinhaltet es. Natürlich darf es nicht überleichtet sein, dann verkehrt sich der Effekt wieder ins Gegenteil. In den Modi AV und TV kannst du eine Belichtungskorrektur vornehmen.

Im Wald sollte deine Belichtungskorrektur immer etwa 1/3 bis 2/3 Blenden erhöht sein. Dadurch wird das Bild nochmal einen Tacken heller. Das kann am Ende über Erfolg und Misserfolg eines Bildes entscheiden. Im Modus M ist die Belichtungskorrektur nicht möglich. Hier regelst du die Belichtungszeit über die Belichtungsdauer.

Aber Achtung, es gibt auch Situationen, in denen du die Belichtungskorrektur besser verringerst. Wann? Lies dir dazu Renates Gastbeitrag durch und lerne, wie du Sonnenstrahlen am besten einfängst!

Pro-Tipp: Über die Manuelle Belichtungskorrektur kannst du eine etwas längere Belichtungszeit einstellen, ohne einen Graufilter zu benutzen. Diesen Effekt kannst du beispielsweise verwenden, um fließende Gewässer aufzunehmen.

Langzeitbelichtung ohne Filter dank Belichtungskorrektur

3. Weißabgleich

Natürlich kannst du den Weißabgleich in Lightroom jederzeit anpassen. Im Wald steht mein Weißabgleich aber auf „bewölkt“. Das führt meistens zu etwas wärmeren Farben. Alternativ lässt du ihn doch auf „automatisch“ stehen und korrigierst ihn während deiner Nachbearbeitung.

4. Autofokus-Betrieb auf One Shot

One Shot (bei Nikon: AF- Einzelautofokus) ist die ideale Einstellung für unbewegte Motive. Falls du nicht im Live-View Modus fotografierst, sondern durch den Sucher, ist das die beste Einstellung für deine Waldfotos.

5. Die beste Messmethode

Es gibt verschiedene Messmethoden, mit der die Kamera die Belichtung errechnet. Im Wald nutze ich meistens die Mehrfeldmessung. Dabei wird beinahe die gesamte Motivfläche erfasst und die ideale Belichtung berechnet.

6. Bildqualität

Ich fotografiere immer in RAW. Wenn du hinterher deine Bilder bearbeitest, gibt dir das die meisten Möglichkeiten. Auch wenn du heute deine Bilder nicht bearbeiten magst, du weißt nicht, wie es in der Zukunft aussieht. Deshalb ist meine Empfehlung, auf jeden Fall in RAW zu fotografieren. Falls du unsicher bist oder wenig Zeit zur Bearbeitung hast spricht aber nichts dagegen, deine Bilder zusätzlich auch JPEG aufzunehmen.

Mit diesen Kameraeinstellungen hast du die Grundlage gelegt, um in möglichst vielen Situationen gute Ergebnisse zu erzielen. Aber nicht vergessen, das hier ist kein eierlegende Wollmilchsau-Leitfaden! Es wird immer Situationen geben, wo du deine Einstellungen anpassen musst. Vieles kannst du aber auch im Nachgang über das Bildbearbeitungsprogramm deiner Wahl erreichen.

Das soll es an dieser Stelle gewesen sein. Bitte berichte mir von deinen Erfolgen mit den angepassten Kameraeinstellungen. Auf Instagram kannst du mich auch unter @woodlandphotography.de taggen.

Allzeit bestes Licht wünscht,

deine Tanja